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Greemschnittä und Schgattälä

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Sali Lara

Zerscht han i tenkt: «Äääba – äs ischt mr z heiss zäm Schriibä». Äs chund mr au nüüd zind. Äs ischt rüäbig bi ünsch und gröbäri Feriäplen he mr keini. Widr ämal in dr Schesäplanähüttä si mr gsi und natürli im Maiäsäss. Vam Ligäschtuäl us he mr zuägluägät wiä di Puurä chrampfend und schwitzend. I säg dr, da übrchuscht de grad äs brandschwarzs Gwüssni!! Gä hälfä in diä schtotzägä Börtr chan i au nid, will mis Chneu allpot usrenkt, wenn i schälb schtaa muäss.

I han diinä letscht Briäf noch ämal ggläsä und han gmerkt, dass allrlei scho no eendli ischt wiä früär. Äs heisst hüt nuu andrscht und allschisch ischt in ärä andärä Fason. I han asä jung au Chärtli i mä Holzchischtli kha, zwar handgschribni us Halbkarton, und Coffein han ii i mä Chachäli zuä mr gnu und nid wiä hüt, us ärä Büggs. Minä Liäblingsuufschtellr ischt Cocäcoolä gsi und i mir Züüchä* vam Pult ischt villä albig ä wiissi Tschuggäladä gglägä. Nu äs Reiäli han i nid chönä schpachtlä, nei i ha de grad di ganz uf z Mal gschpiislet. Drna is mr halbä schlächt gsi, abr äs hed de allimal nottä nid värrückt lang gwärrt, bis i widr Ggluscht kha ha uf mee.

Mini Bürokollegi und i hend au no ä psundäri Vorliäbi kha für Greemschnittä. Di sälbä he mr im Archiv hindr dä Kartonschachtlä vrschtekt und «oh Schwiiornig!», wenn nisch eini an dä Bodä khiit wer!! Will mä diä nid äso weidli, weidli und problemlos hed chönä in muulgrächti Schtückli zrglidärä, he mr nid Beedä uf z Mal chönä äs villis ins Archiv gä Schgattälä umrbiignä. Di eint hed albig müässä luägä, dass ds Büro ornigsgmess psetzt gsi ischt. Mä hed ja niä gwüsst, wenn dr Chef uftaucht. Also zä minä schtrengä Ziitä hed äs Wiibävolch nid ämal törfä i lengnä Hosä gä schaffä, bhüätisch i churznä de gra gar nid, ischt ja chlar!!! Muäscht gar nid lachä! Und etz han i im Fernsee grad ghört, dass ds Bikini 80-jerigs Jubileum fiiret. Zerscht sind diä nüümödäschä Badhäässi nu wiit äwägg va ünsch aagleid cho. Abr mid dr Ziit sind sch bis zu ünsch ins Prättägä cho. Das hed z läddärä gee, wa im Schwimmbad z Schiersch eini nu mid ärä Tüttichreezä und chleinä Höschäni aa umrgschtolziärt ischt. Dä meischtä hed s heimli gfallä, nu zuägee hed mäs nid törfä.

Ja, so is uf dr Wält: Ettlis ischt plibbä, mengs ischt vrschwundä, allrlei hed schi vrendärät, ä Teil ischt bessr, ä Teil ischt schlächtr. Di alfäbeetisch iigreiätä Chärtli hend miär gliäbät und i han dört au gärä mini Notizä iitreit, will ii i miir Meinig sövl hübsch ha chönä schriibä, halt alls i Schteischrift und äso hed s fascht au uusgsee wiä truckt. Janu, diä Chartä-Chischtläni sind bi denä Sachä, wa vrschwundä sind, drbii ischt dr Mensch vür m Kompiutr no da, wem ä au nid weiss, wiä lang äs no geid bis dr Robotr uf imschä Schtuäl hocket. Där plächig, gschtabbet KI-Kolleg würd denk sowiäso där Schtuäl bald nüd me bruchä und de muäss au är vrschwindä! I hoffä, dass no äs bitschi Läbä und Wermi bliibt in dr technisiärtä, digitalä Wält. Alls Guätä Lara und lass widr äppis lä khörä va dr.

Liäbi Grüäz Margrith

 

*Züüchä heisst: Schublade, Lade

Was heisst im Prättigauerdialekt «ich liebe dich»? «Witt no än Ggaffi?»

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.