«I Swear: Verflucht normal»
«Fuck the Queen.» Der Film «I Swear» (deutscher Titel «Verflucht normal») beginnt mit einem Paukenschlag. Und damit eigentlich mit dem Ende der Geschichte, als der Schotte John Davidson 2019 von der britischen Königin eine wichtige Auszeichnung entgegennehmen darf. Der Protagonist, dessen wahre Geschichte im Film erzählt wird, ist hierzulande kaum bekannt, in Grossbritannien kennt man ihn jedoch als Aktivist und Kampagnenführer für das Tourette-Syndrom. Seit seiner frühen Pubertät leidet John Davidson unter Tics, ausgeprägten Zwangsstörungen und unkontrollierten, meist vulgären Wortäusserungen. Er wächst in einer Zeit auf, in der wenig bis gar nichts über das Tourette-Syndrom bekannt ist. Wegen seiner Symptome gerät John Davidson immer wieder in schwierige Situationen, hat Probleme mit der Polizei und macht keinen Schulabschluss. Die Beziehung zu seiner Familie ist kompliziert. Die Wendung in seinem Leben kommt, als er Dotty kennenlernt. Sie nimmt den jungen Mann in ihrer Familie auf und macht ihn mit Tommy bekannt, durch den John Davidson nicht nur einen Job, sondern auch Halt findet. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Es lohnt sich, darauf zu warten, bis der Film in einer deutschen Fassung in die Kinos kommt.
Im biografischen Spielfilm wird John Davidson hervorragend gespielt von Robert Aramayo. «Verflucht normal» ist ein lehrreicher und berührender Film über eine schwere Krankheit. Er nimmt das Thema und das Schicksal Davidsons ernst, lässt aber dennoch Raum für Schmunzler. Wer nicht bis zum Kinostart warten möchte, dem oder der sei die BBC-Dokumention «John’s Not Mad» aus dem Jahr 1988 empfohlen, die auf Youtube zu finden ist.
In den UK empfohlen ab15 Jahren. Ab Ende Mai/Anfang Juni in Deutschschweizer Kinos zu sehen.