Auf Spurensuche mit den Grosseltern
Liebe Kinder.
Endlich ist er da, der Schnee – oder besser gesagt: die paar Zentimeter, die gefallen sind. Nichtsdestotrotz möchte ich euch erzählen, was ich bei meinen Grosseltern im Oberland im Schnee entdeckt habe. Eigentlich wollten wir einen Schneemann bauen, doch überall im Schnee sah ich Trittspuren, die nicht von Menschen stammten. Das habe sogar ich sofort bemerkt, und so machte ich mich auf Spurensuche.
Meine Grosseltern erklärten mir, dass es Fährten von Wildtieren sind. Opa meinte sogar, dass ein guter Fährtenleser oder eine Fährtenleserin erkennen kann, von welchem Tier die Spuren stammen. Am besten sieht man die Fussabdrücke, die Wildtiere in der Nacht im Schnee hinterlassen. Gerade im Winter gibt es viele spannende Tierspuren zu entdecken, zum Beispiel von Fuchs, Dachs, Reh oder Hirsch. Und wenn ihr einmal grosse Abdrücke im Schnee findet, dann sind sie nicht vom Schneemann, sondern von einem Hasen. Hasenspuren erkennt man gut, weil sie hüpfen.
Mit Winnetou-Opa auf Spurensuche
Wenn ich das Wort «Spurenleser» höre, denke ich an Winnetou oder Old Shatterhand. Ich liebe diese Kinderbücher und habe viele davon zu Hause. Auch bei uns gibt es solche Spurenleser und -leserinnen, zum Beispiel Wildhüter, Jägerinnen, Förster – und natürlich meinen Opa. Er kann viele Wildspuren erkennen. Also: Augen auf, wenn ihr mit euren Eltern durch den Wald spaziert!
Mein Schneemann
Zurück zum Schneemann. Zum Glück bin ich warm angezogen. Zuerst rollen wir eine kleine Schneekugel, dann eine mittlere und zum Schluss eine ganz grosse. Mit viel Mühe stapeln wir die drei Kugeln aufeinander. Jetzt sieht der Schneemann schon richtig gut aus. Nun kommt noch eine Karotte als Nase, die ich mitten ins Gesicht stecke. Zwei dunkle Knöpfe sollen die Augen sein, und ein alter Schal hält den Schneemann schön warm. Da mein Opa noch einen alten Hut besitzt, und den nicht mehr braucht, wird dieser als Kopfschmuck benutzt. Für mich ist der Hut viel zu gross, aber für mein selbstgebauten Schneemann passt er perfekt.
Da flattert plötzlich eine Elster heran, setzt sich auf den Schneemann und pickt an den Knöpfen. Plopp, plopp! Beide Augen fallen in den Schnee. Ich lache und sage: «Tja, unser Schneemann kann jetzt zwar nichts mehr sehen – aber dafür hatte die Elster ihren Spass.
Mattis!.… rufen meine Eltern von weitem. Essen. Nun muss ich spurten und lasse neue Spuren im Schnee.
Bis bald.
Euer Mattis
Text Bernhard Petschen; Bild und Illustration KI und Jacqueline Petschen