Va Heeröggs und Langsiwärch
Sali Lara
Hend iär s hübsch kha z Italiä im abglägnä Hus? Miär gönd niä äwägg übr d Oschtärä. Miär hend sövl ä hübschä Bruuch am Oschtrmentig, dass miär där um keis Gäld iitüüschä wettend gäget Schtaa im Schtau. Z Grüsch tüänd miär am Oschtrmentig Eier putschä. Fascht di ganz Dorfbävölkärig mid Chind und Chegl, Heiweegrüschr und Uuswärtägi träffend schi bim Chrüzbrunnä am Vormittag. D Chörbläni hend sch gfüllt mid farbäprächtägnä sälbr gfäärbtnä Eier. So würd um d Wett putschet und all hoffend, dass sch än Heeroggs hend. So seid mä dm schterchärä Ei, wa disches käputt putschä mag. Äs gid ä paar Reglä, wa mä iihaltä tuät und au di Chleinschtä und Jüngschtä undr dä Eierplütschr lärnend, dass mä das Ei wa käputt ischt, dm Sterchärä gee muäss. Das gid äsiä Treenä, abr das khört äbä au drzuä. Putschä tüänd alli Füdli uf Füdli und Schpitz uf Schpitz, nid z reets abr au nid z schüüch, äbiz mid Fingr-schpitzägfüül. Di Grüschr Musig schpillt uf zäm Konzert und äs Aperööli ischt sälbvrstendli au z ha. Diä Putschig ischt än altä Bruuch, wa schi übr alli Jaar erhaltä hed. Es hed abr au da ä Wiitrentwicklig schtattgfundä. Zerscht, wa i z Grüsch gsi bin, sind d Mannävölchr na dr Putschig ins Reschtärant zäm Aperitif und d Frauä sind mit dä Göff und dä Eier weidli hei gä chochä. Das hend ä paar Wiibävölchr duä gendärät und hüt gönd etlächi mid dr ganzä Pägaaschi zäm Apero und drna uuswärts zäm Zmarend. Ä Teil ässend zwar afä undr dr Putschätä sövl Eier, dass sch villä erworgend und de ordäli Apperitif bruuchend zäm diä trochä Waar abschpüäla. Äso chund mengä intressantä fröölächä Hengert z Schtand.
Und etz geid ds Langsiwärch los. Etz cha mä dr Gartä reisä und uufrumä ufm Fäld und in dä Wisä. Was dr Früäligsbutz im Huus ischt, ischt ds Langsiwärch fürdussnä. We mä jähunä im Tal alls gmacht hed, gömr sä gschwind as mügli in dä Maiäsäss. Dört gids au no ordäli Arbet. Da müäss mr ds Wassrresrwaar butzä und Leitägä i Betrieb nee, dass mr dä Summr z Trinkä hend, Maggäronä chochä chönd und au d Chatzäwäsch gwärleischtet ischt. De hed s all Früälig hüüfä uupättni Gescht um ds Hütti um. Diä vrdaaläschä* Müüsch, wa um und um gross Ärdhüglä us m Bodä schtoossänd! Miär müänd diä alli widr bodä äbä zrschlaa und äs bitschi uusebnä. Und wenn nisch diä Muulwürf ergärä wend, schtossend sch z Tagsch druuf grad hert drnäbet widr ä nüüä Huufä. I bi duä äs Tagsch gruusig chlaaghafti gsi zäm ä Seewiserpuur wägä denä h…indrlischtägä Müüsch. Är hed bägüät und hed gmeint: «Wenn s de zviil vu denä hätt, de übrchön si de Problem midänand und de häscht de bald Ruä vor nä.» I hoffä, är hei rächt.
Diär ä ganz ä guäti Ziit, liäbi Lara und liäbi Grüäz va miär.
Margrith
*«vrdaalisch» heisst: verdammt, verflixt.
Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen
Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.
Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.
Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.
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