Maanävolch und Wiibävolch
Sali Lara
Also an ds Churerfescht muäss i etz de au widr ämal. Han frii ä Wiil z Chur gschaffet und ghuuset und i chennti gwüss no ä Tschuppä Lüüt us der Ziit. Abr diä sind halt etz au nümä grad hütägi und drum bliibt mä vällicht ehendr däheimt, as schi i mä söttägä Gwüäl z bäwegä. Und de schtell i miär albig für, wiä diä altä Bäkanntä zän änand sägend: «Bhüätisch, diä hed au rächt ggaaltet!» I denkä das zwar au äsiä va äs wäm, abr dass mä das va miär au sägä chönnti, biisst mi äs bitschi. Abtr äbä, d Hauptsach ischt, dass mr gsund sind, meinscht nid au?
Hüt muäss mi äs bitschi chürzr haltä. Bi namisch in dr Vrnööti. No zweimal schlafä, odr mee umrtroolä im Bett, und de faat di Bündnr Hochjagd aa. I gan zwar sälbr nümä aktiv uf d Jagd, abr ds Fiäbr ischt albig no umr. I gnüüssä diä schpannend und hübsch Ziit mid miim Maa Hansjörg im Jagdhüttli. Miär hoffend, dass ünschä dr Jung Gfell hed und miär törfend «Beute» freddiä. Bis där Briäf erschiint, wüsst i mee z prichtä! Han ä ganzi Armee Prättigerchnödli trüllet und will de ggrüscht sii, wenn ünschä Jegr mid ämä Bärähungr am Abet var Jagd hei chunnd.
Han äbä no ds Chneu vrteuflet. Di Bändr sind vrdalisch übrdehnti und i han ä narrä Not. I söttis schoonä, seid dr Doktr. Abr äbä, das ischt schwirig für ä Huusfrau. I bi halt no eini vam altä «Schrot und Choorä»!! Mi Maa muäss nid wäschä und glettä. I bi abr uheimli froo, wenn r nottä ättä Maggäronä odr Schpiägleier chochet. Sit as mr pensioniärt sind, machä mr sowiäso viil midänand. Äs ischt halt äso ä Sach. Är cha mr de nid albig alls zäm Dank tuä und de bin i halt sälbr tschuld, wenn r für gwüssni Ding nümä z ha ischt. Lara, muäscht mr umbädingt ämal erzellä, wiä du denkscht übr diä Rollävrteilig. Äs nümmt mi Wundr, wiä dini Generazioo so denkt und wiä du das sälbr handhabischt.
Sä nusä, sä denn, sä machs guät. I muäss no in dä Kunsum um Schpiis und Gsüff und de geits obschi!
Liäbi Grüäz Margrith
*Vrnööti heisst: Im Gehetz, in Eile, am Pressieren
Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen
Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.
Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.
Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.
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