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I packa in mina Rucksack…

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Hallo Margrith

Denn bini jo gspannt, wia d Jagd gsi isch, wenn miar z nögscht mol mitanand schribend. Tönt aso, als wär ma jedes mol uf z neua mega nervös vor dära Zit. Wia döffi miar eures Jagdhüttli denn vu dinna vorstella? Vu ussa hanis jo gseh 🙂 Und was genau sind Prättigerchnödli? Sind das so a art Pizokel? Oder eher Fleischbällali?

Was genau häsch denn du au mit dem Knü gmacht?

So, ez hani gnuag gfrogt, ez gibi au amol Antwort. Und zwor uf dini Frog, wiani zur Rollaverteilig stohn. I verzell dr eifach us minera Sicht, will wia mini Generation derzua stoht – tja, do spalten sich leider immer no biz d Geischter. Anderscht als du, findis wichtig, eba genau dia alta Rolla ufzlösa. Dass d Männer go schaffa gönd und z Geld heibringend, während d Frau dahei blibt und uf d Kinder luagt, putzt und kocht find i persönlich mega doof. I finds richtig, wemma d Ufgaba fair ufteilt beidi Teil alles amol machend. In minera letschta Bezüchig zum Bispil, hämmer beidi gära kocht und i muass ehrlich säga, er hät sogar meischtens d Ideea für da Znacht brocht und schumol agfanga schnippla und macha. Also eigentlich eher abiz umgekehrt, als was mas vu früahner gwöhnt isch. Aber genau das findi eba so toll und schätzi au mega. I glauba, do kann au a Grossteil vu mina Fründinna zuastimma. Dia denkend nämlich sehr ähnlich wia i. Wias bim Rescht in üsera Generation usgseht, du das weissi nit so genau.

In da vergangena Täg hät unter anderem z Studium wieder gstartet, aber au d Wimmlata. I bin zwor nu für a paar Stund in Wingert, aber i hans aswia no gnossa. Sita an Sita mit Kolleginna stoh und d Ernta vum vergangna Johr ablesa. Bisch du amigs au go wimmla?

So wia bi diar d Jagdzit agfanga hät, hät bi miar d Wanderzit gstartet. Darum verabschidi mi an dära Stell vu diar, schnappa miar mini Wanderschuah und mach mi uf da Weg.

I packa in mina Rucksack…

…a ganz a liaba Gruass

Lara

Dia süass und violetti Ernti vum Wimmla

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.