Feissti Chlempernä
Äs freut mi, wenn r s hübsch kha hend übr d Oschtärä. Etz hed nisch halt dr Wäärtig widr und miär sind widr im Schtollä. I han zwar nid sövl schtreng wiä du. Minä Schtollä ischt mee odr mindr gmüätli und ooni Ghetz. Han etz grad au namisch z tuä. Ettli Läsägä und Schriibarbätä, abr das tuän i ja gärä. Wenn i äswannä ä luschtägi Gschicht fürläsä, de chan i dä Lüüt Freud machä und das macht miär au ä narrä Freud. I han s vrdaalisch gärä Luschtig mid dä Lüüt. Ä Tschuppä Jaar han i am Konzertaabet va ünschr Musiggsellschaft dür ds Programm gfüärt. Und as Uuflockärig han i zümpftägi Prättigrwitz erzellt. Hettischt söllä khörä, wiä diä Gaschtig gglachet hed. Ä teil hend gseit, schi chemend nid zletscht wägä miinä Witz an dä Musigabet. Denk, wa i jung gsi bi, und übrall an Turnuusbildägä bi, he mr meischtens i Massälagr übrnachtet. Und wenn de alls äso müüslischtillä ischt gsi, han i ds Trudi Gärschtr uusggantärät* und äs Gschichtäli va dä chleinä Hötschli nachigmachet. Diä Turnkollegänä hend allimaal villä in d Hosä prunzet vor luutr lachä. I han s gärä luschtig und fideel, bi lüütselig und viil uf dr Faart gsi. Mini Mamä hed gmeint, diä Umrteuflig hei i ämal nid va irä. Janu, bi etz afä rüäbägr cho. Abr albig nu umrhockä ischt mr z lengwiilig. Bin scho ättä uf dr Schifrweid, gan gruusig gärä zäm Aperööli, ja au will i Wundr ha, was Nüüsch gid. Will mi Maa sövl uuheimli gärä jasset, han i s au no gglärnet und de tüä mr hi und da mid guätnä Kollegä ä Schiäbr machä. Miär Wiibävölchr vrlüürend fascht albig, abr das trääge mr mid Fassig. Was dr no ha wellä sägä: Fäärä bischt du doch z Seewis gsi, gä Narzissä fotigrafiärä. Etz sind sch widr i vollnr Pracht am blüä und bi ünsch uf m Maiäsäss ischt eis wiisses Meer va denä Geissblüämli, wiä nä d Seewiser sägend. Dr Bärgfrüälig ischt ganz gewaltig hübsch. In allnä Farbä lüchtet s und ds Gfleug ischt i rä Viilfalt va grossnä mächtägä Sachä abor. Söttischt ämal diä Ameisä gsee. Uuunarrä Teuflä!! Weischt äso grossi, feissti Chlempernä, mid Obrschenkl, dass dm Tüükr drab gruusäti. Abr zä mim Erschtuunä sind s de gwüss no flotti. Biissä tüänt sch eim nid. Abr schi sind leschtig aahengli. Aahebbig ischt au dr Gugguusr. Där vrfüärt ä Ggaleerä und will de nümä hörä rüäfä. Ünschä Hasäbuäb, wa alib ob m Hütti umrghopplät ischt, han i hüür no nid gsee. Nümt mi wundr, ob r no läbt. Und bald choment di chleinä Rehgitzäli. Wenn sch de ämal mid dr Mamä undrwägs sind, de mögend diä umrschpringä, hüpfä und dür d Schtuudä zwärlä. Ä narrä Wundr hend diä chleinä Rehli. Wemä ganz rüäbig ischt und schi nid vrmüfärät, choment sch eim sövl nach, dass mä schä gglenggä mögdi. Bi der Gglägäheit no ä Frag. Was meinscht, was ischt äs Reh, ä Schpringr, ä Schlüpfr odr ä Hüpfr? Zuäträffend ischt: Äs Reh ischt ä Schlüpfr, will s dür all Gäbüschi düürä schlüüft. Wenn i Glück ha, schick dr äs Fötäli. Mach s guät und bliib gsund.
Ä liäbä Gruäz, Margrith
*«uusantärä» heisst: nachmachen.
Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen
Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.
Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.
Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.
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