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Endlich amol kälter!

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Hoi Margrith

Danka diar vielmol für dä Iblick in euri Hütta. Tönt also brutal gmüatlich he! Bini gad kli nidisch. Das erinneret mi aswia an a Hüttli, woni als Goof öppa gsi bin. Das isch aswo im Gafietal gsi. Isch zwor schu lang her aber d Erinneriga dra sind immer no luschtigi.

Jetzt hocki do im Hörsaal, irgendeswo unterirdisch ohni Tagesliacht. Zum Glück nit jeda Tag. Meischtens hämmer in da obera Stöck und döt giz denn au amol frischi Luft.

Bezüglich am Wimmla. Do häsch du natürli vollkomma Recht. Au do giz a Zviari. Ma isst sogar zämma Zmittag. Und meischtens bringt jedi und jeda no aswas mit. A Rüablikuacha, a Nussturta und sustigi süassi Sacha hani uf da Tisch gseh. Runduma sind denn alli uf da Feschtbänk gsessa und händ zämma gspissa und gredet. Falls es das isch, was du mit «Schpeetmarend» gmeint häsch haha.

I verstohn di absolut, dass di uf z Bewega im Herbschtwald gfreut häsch. Bim Seckla bini zwor öppa fascht uf da ganza Blätter usgrutscht aber mit da richtiga Schuah gohts denn schu. Au i freua mi, dasses ez endlich kälter worda isch, will das heisst, dass dr Winter nümma wit isch. Und uf dä freui mi gspunna! D Ski sind parat und warten uf da erschti schöni Schnee. Dr Nonno luagt amigs, dass sie guat gwachst sind und denn gohts ab uf d Pischta 😉

Aber bis döt ana, gohts wohrschinli no a Wiil. Und solang bini do im Flachland und probiara da Dozentinna und Dozenta ufmerksam zuazlosa. Was nit in allna Modul glich eifach isch. Gwüssi Sacha sind halt spannender und anderi wiederum weniger. Aber z guata dra isch doch, dass mit jedara Vorlesig wo um isch, dr Winter nöcher kunnt! Und in dr Zwüschazit gnüssi dr Herbscht, strampla mi im Zwiebellook ufem Gravel ab oder finda neui Joggingrundena.

Bis denn!

LG Lara

A letschts Mol mit kurza Hosa ufem Gravel unterwegs.

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.