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Bömm im farbägä Hääss

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Sali Lara

Woll, woll, du witt abr grad ä huuffä wüssä! De muäss mi etz schpuutä zäm schriibä und Antwort gee. Uf dr Jagd is wiä albig gnarret hübsch gsi. Will minä Maa va hüür äwägg, na 57 Jaar (!!), au nümä aktiv d Hochjagd uusüäbt, he mr s natürli no fiinr kha. Ischt das hübsch gsi, we mr nümä sövl früä uufschtaa hend müässä. In ünschm Hüttli müänd alli uf m gliichä Ligggmach schlafä. Da übrchuscht de jedä Piischt vam andärä mit und wenn dr eint odr di andr rächt zümpftig saaget, muäss mä mä de ättä ämal ä zümpftägä Schguff gee. Abr lang wärrt s in dr Regl nid und de würd va Nüüäm gschnarchlet. Und wenn dr Weckr va ünschm Jungä in allr Härrgottsfrüäji gschället hed, han i mi noch ämal gnüssli keert im warmä Ggligr. Zäm Huusä heds im Hüschi nu ei Ruum mit Chüchäli, Eggbank, Ässtisch und ämä Guutschi. Liächt he mr var Sunnä und as Altrnativä zäm Holzhärd hed s no äs Gasrescho. Ds Wassr he mr im Hütti. Äs ischt chlei, uusägäli gmüätli und heimälig. Zweimal han i törfä Läbärä brätlä, eimal vam Gams und eimal vam Reh. D Chnödli he mr au alli zemä *»bi Biz und bi Schpraatä» ggässä. Das sind äso Chuglä us ghacktm, fein gwürztm Fleisch (Schwi, Rind und äsiä Wild). Äs git zwar ä narrä Arbet zäm us dem Fleischteig diä Chnödli z trüllä, abr das Köch ischt ganz psundrs chüschtig. Derä Chnödliteig han i au vrdalisch gärä zäm roo ässä und äso vrschwindt mengä Pflung zwüschet minä Zend. Will i albig äso weidli in dr Chuchi umrfigreetlä und i va eim Chuchi-Chäschtli zäm andärä turnä, hend mi eltärä Chnöchä äppis dr gäget kha und mis Gschtürm mit ärä blödä Bäwegig ruckli bremset. Janu, äs würd de widr äswenn bessärä!

Ja, i weiss scho! Äs ischt nümä wiä früjär. Also mi dunkts uf gar kei Fall «doof», wiä du seischt, und erscht rächt nid «mega doof» wenn ä Mamä zä dä Gööf luäget. Ds Mamäsch Schoosszipfl und dr Familiätisch ischt miir Meinig halt hüt no bessr, as wenn di Jugendlächä uf m Trottuar Pizzä ässend, Chrach machend und drna ä Ding, äsiä no sant dr aagschnaarätä Pizzä, lä liggä lönd! Ja gäll, äs jeds hed schii Meinig!

Schtell dr für, i bi no niä gä wimmlä gsi. I han albig ds Gfüül, das teet i ni gärä. Abr mä sötti das vällicht ämal usprobiärä. Am liäbschtä gengt i glaub gä Zviäri ässä. Odr ischt das nid wiä bim Heuä? Ïsst mä mid wimmlä nid ds Schpeetmarend?

Etz han i glaub zä allnä dinä Frage Pscheid gee. Und äswenn muäss i de umbädingt no in dä Wald, gä mis Herbschtzeremoniell abhaltä. Dür ds dick Laub tschiäpä, dass uf all Siitä uusflügt, tuän i uheimli gärä. Das schmeckt guät, das chnischtärät herrli und lüütät mii liäbscht Jaaresziit ii.

Los, am Sunntig he mr z Grüsch ä Läsematinee var Walsrvereinigig. Hescht nid Muggä zäm cho gä losä? I laan mi gärä lä übrraschä. 

Guäti Ziit Lara und ganz liäbi Grüäz.

Margrith

*«Bi Biz und bi Schpraatä» heisst: Alles, bis zum letzten Rest

Äs herbschtälät.

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.