Skip to content

Stöck und Böck

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Grüäzi, grüäzi Lara

 

Dankä für dä Briäf mit dr rätslhaftä Übrschrift. «Yazzy». Was ischt etz das widr für äs Tiär? I han weidli guuglet, dass i uf m nüüschtä Schtand sii und mitredä chönn. Wenn i s richtig gschnallt, äboz vrschtandä han, ischt das äs Würflschpiili mit Personäbeteiligig und ämä Bock!? I nümä nid aa, dass das ä Rehbock ischt. Äs chönnti truäti ehendr ä Gitzibock sii. Ja nusä, i chennä das Schpiili uf all Fäll nid. Miär ischt nu «Eile mit Weile» und dr «Schwarz Petsch» ä Bägriff. Und wiä s schi khört, tuän i als Eidgenossi natürli au ättä äs Jass chlopfä. Abr natürli nu mid Kollegä wa mi nid stendig pschuldigänd, und miär fürhebend, was i alls hetti müässä merkä. Wenn dr eint Härz aazücht und dischä d Schuuflä zrwürft, müässt i äbä merkä, wa Has lauft. Gan i uf ä sichärä Schtich us heissts, i törf ds Pulvr nid grad zerschtwärch vrschüüssä. Di Böck hett i lengschtä söllä schpillä (bim Jassä hed s im Fall au Böck, we mä s merkti!)! Bi dr aagreggte Diskussio nachär seit dr andr, är hei nüd chönnä machä, är hei di Dam plutt kha. Da chunnd mä ja no villlä rot…

Du hescht mi no uf d «Open Airs» aagschprochä. Ja, ja, au i ha mini Open-Air-Karrieerä kha. Abr natürli äs bitschi andrscht as du. Vam chleinä Regionalturnfescht, übr kantonali und eidgenössäschi Wettchempf bis zä dä Wältturnfeschti mit Vorfüärägä ds Amsterdam, ds Göteborg, ds Herning und sus no überall. Das sind uuvrgässlächi Erläbnis gsi. Weischt, we mä mid dr Schwizrdelegation darf in äs gross mächtigs Stadion iilaufä mit tuusägnä va Turnrnä und Turnr va dr ganzä Wält, de hennähuutät s eim scho grad äs bitschi. Diä Feschtr hend nid gnuäg wiit fort chönnä sii. Wiäso? Ja, dass mr am Abet nid hei hend müässä und in dä Feschtzälti hend chönnä fiirä und tanzä bis di Benk villä zemäpräglet sind. Ds Gliggr he mr meischtens äswa irä Turnhallä odr Zivilschutzalag kha. Va schlafä natürli kei Red. Das ischt viil z uurüäbig gsii. Allpot ischt äswär cho odr nochämal ggangä, odr sant dm Fäldbett obänübr troolet. Ä Teil hend gschnarchlet und dischi ggigärät und bischmät bis s äswannä us ämä Egg ä Schnarz taa hed: «Ruä»! Äs cheeme mr no ganz ä huufä Zinnd. Miär Senioräturnrnä sägend ettlis Mal: «Weischt no…»? Hübsch ischt diä Ziit gsi und nachhaltig. I bi froo, han i das alls törfä erläbä. Musig Openair ischt nid äso miis. Ja, preziis äso is, jedi Ziit ischt wiä sch ischt. Ä teilnä Sachä truurät mä nachi und andrs ischt au rächt, wenn s vrbii ischt. Bis z nechscht Mal.

 

Liäbi Grüäz

Margrith

 

*äboz heisst: ohä lätz, respektive

Härz ischt Trumpf (Archivbild Corinne Thöni)

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.