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Tiäräschi Bagaaschi

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen. Ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Sali Lara

 

Ja, i heb dr alli Tümä, wa i ha für dini Semeschtrprüäfägä und i bin übrzogä, dass du das Alls mit Lings gäbiäschtischt*! Denk an d Feriä, wa nachär chomend und de lauft das wiä gschmiärt!! Wünsch dr uf all Fäll nu ds Beschtä. I teeti diär gärä Erbuulis schriibä, abr im Moment han i allpot ä narrä Erger. Mä törftä schi zwar nid uufregä wägä Söttägäm. Abr i rüäfä villä all Tag ämal übr alli Lüüti: «diä huärä Chatzä!» Drbii han i diä Schtubätigärä gärä, abr, wenn sch mr all Tag di gschtecktä Boonä us dr Ärdä zaschpend, de han i wackr di Täubi übr schä. In di gliich Katägorie khörend diä vrdaaläschä pluttnä Rossschnäggä, wa druuf sind wiä dr Tüükr zäm mini Setzlig ab z frässä. Und dr leid Ggraagg, Seppli heisst r, chund au ä lengäri frächr und vrschiisst mr ds Laubäglendr. Abr säb bin i truäti sälbr tschuld. Das mit dr Fuätärig ischt halt nüüd. Und de hed s no hüüffä va denä chleinä, rotä Ameisä, wa eim dür d Hosäbei ufchräschmend und eim aabrunzend, dass teufäli biisst uf dr Hut. Da han i de nottä no liäbr diä feisstä im Maiäsäss, wa menschäfründlächär sind. Au di chleinä Eideggsli sind abor und chlättärend pfiiffägrad übr d Husmuurä uächr. Wenn i nid ufpassä wiä ä Häftlimachr, han schä in dr Schtubä und das säb ischt au nid grad dr ggeignet Uufenthaltsort für diä Minikrokädili.

Abr äppis Guätsch han i etz nottä no z prichtä. Diä schneearmä Wintr, wa mä hofäli ä Mal d Schneeschuuflä muäss fürchr nee, hend au Vorteil. D Schuuflä steckt im Gwätt ob m Autoundrschtand und d Rotschwenzli hend diä in Beschlag gnuu zäm irnä Näscht z buuä. Drii härzägi Vögäli sind in dr Schuuflä flüggi cho. D Chatzä hend allpot probiärt denä Jungä in d Nechi z schliichä, abr schi hends bi waarischt nid gschafft und äs ischt nä nüd andrscht übrig blibä, as mit wässrägnä Augä und pläcktm Schnörrli ufm Müürli z hockä und uf in d Schuuflä z glaarä. D Vogl-Eltärä hend scho gmerkt wär da luuret und hend di jungä Vögäli gruusig guät ghüät und uusgibig gfuättärät und mit luutm Gäzwitschr chlar gmacht, dass da nüd z holä ischt.

Da gseht mä widr ämal, wiä mä schi cha uufregä, wägä Chleinigkeitä. Und we mä äppis sövl härzigs cha beobachtä wiä diä Voglfamiliä würds eim warm um ds Härz und mä chunnd grad uf andäri Gädankä. Ds Positivä gwinnt an Übrhand und d Wält ischt widr in dr Ornig. Ds Negativä und d Ufregig vrgönd und sind nümä wichtig. I schick dr ä huufä positivi Gädankä und wünsch dr viil Erfolg bi diinä Prüäfägä.

 

Liäbi Grüäz

Margrith

 

*gäbiäschtä heisst: schaffen, ertragen, aushalten

«Seppli» bim Zmarend.

Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen

Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.

Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.

Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.

Alle Beiträge der Kolumne
gibt es hier zum Nachlesen.