Die Ursprüngliche…
Man könnte meinen, sie sei die Urform der Pizza. Sauerteig, verschiedene Mehlsorten und lange Teigruhe. Das zeichnet die Pinsa aus und macht sie gleichzeitig zu einem Produkt, das schlecht in unsere schnelllebige Zeit passt. Bereits die Römer sollen diese andersartige Pizza gegessen haben.
Aber weit gefehlt. Die Pinsa ist keine wiederentdeckte, aus römischer Zeit stammende Form der Pizza, sondern eine Neuerfindung des Bäckers und Unternehmers Corrado di Marco. Auf seiner Webseite schreibt er dann auch: «Inventori della Pinsa, ne andiamo fieri da oltre 20 anni.» Oder zu Deutsch: «Erfinder der Pinsa, seit über 20 Jahren stolz darauf.»
Seine Erfindung ging bekanntlich durch die Decke. Im Detailhandel findet man von zig verschiedenen Herstellern vorgebackene Pinse, mal bessere, mal schlechtere.
Sei’s drum. Was die Pinsa sicher auszeichnet, ist ihre Bekömmlichkeit. Für ihre Herstellung werden verschiedene Mehlsorten verwendet, auch glutenfreie. Zudem machen Sauerteig und eine lange Teigruhe von bis zu 72 Stunden die Pinsa gut verträglich. Üppig belegt oder auch einfach nur mit Olivenöl ist die Pinsa ein echter Genuss.
Grundrezept Pinsa
(ergibt 8 Stück)
600 g Weissmehl oder Pizzamehl (Tipo 00)
50 g Kichererbsenmehl
50 g Reismehl
12 g Salz
15 g Sauerteig
20 g Olivenöl
500 g Wasser
Alle Zutaten in der Schüssel der Küchenmaschine etwa für fünf Minuten auf niedriger Stufe mischen, dann für 20 Minuten auf mittlerer Stufe kneten, bis ein geschmeidiger, etwas klebriger Teig entsteht.
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und Teiglinge à 150 g abstechen. Diese rund formen und in eine geölte Box mit Deckel legen. Die Teiglinge zugedeckt für 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Backen: Den Backofen mit einem Pizzastein in der unteren Ofenhälfte auf 280 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Teiglinge auf eine grosszügig bemehlte Arbeitsfläche geben und darin wenden. Die Teiglinge mit den Fingern leicht flach drücken und etwas in die Länge ziehen. Mit Olivenöl bepinseln. Die geformten Pinse auf eine Pizza- oder Brotschaufel geben und auf den heissen Pizzastein im Ofen schieben. Für vier Minuten backen.
Die Ofentemperatur auf 230 Grad reduzieren, die Pinse nach Wahl belegen und für weitere drei bis fünf Minuten backen.
Tipp: Die Pinse nach dem ersten Backvorgang auskühlen lassen und einfrieren. Bei Bedarf die noch gefrorene Pinsa belegen und bei 250 Grad Ober-/Unterhitze für etwa sieben Minuten backen (Zeit kann je nach Belag und Dicke der Pinsa variieren).
Pinsa verde
1 Bund Petersilie
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Thymian
40 g Baumnusskerne
2 EL Olivenöl
1/4 TL Salz
Alle Zutaten mixen, bis ein cremiges Pesto entsteht.
1 vorgebackene Pinsa
1/2 Frühlingszwiebel,
in Ringe
3 Spargeln, vorgekocht
1 kleine Burrata
Pinsa mit Pesto und Frühlingszwiebeln belegen.
Backen: Bei 230 Grad Ober-/Unterhitze auf dem Pizzastein für drei bis fünf Minuten.
Vor dem Servieren Spargeln und Burrata auf der Pinsa verteilen.
Pinsa rossa
1 rote Peperoni, geröstet
½ Glas getrocknete und eigelegte Tomaten
150 g weisse Bohnen, gekocht
30 g Pinienkerne
1 Knoblauchzehe
1 EL Tomatenmark
1 TL geräuchertes Paprikapulver
1 TL Apfelessig
2 EL Olivenöl
¼ TL Salz
Alle Zutaten mixen, bis ein cremiges Pesto entsteht.
1 vorgebackene Pinsa
30 g Käse, gerieben
4 Cherrytomaten, halbiert
Gewürze nach Bedarf
Pinsa mit Pesto und Käse belegen.
Backen: Bei 230 Grad Ober-/Unterhitze auf dem Pizzastein für drei bis fünf Minuten.
Vor dem Servieren halbierte Cherrytomaten auf der Pinsa verteilen.
Pinsa dolce
1 TL Mandelplättchen
1 fertiggebackene Pinsa
30 g Schokolade, geschmolzen
1 TL Nussmus nach Wahl
1/2 Banane
Mandelplättchen in einer Pfanne bei mittlerer Hitze rösten.
Pinsa mit Schokolade und Nussmus bestreichen, Banane in Scheiben darauf verteilen und Mandelplättchen darüberstreuen.
Tipp: Die Pinsa anstelle der Banane mit frischen Beeren belegen.