Was für ein Wochenende
Bei uns zu Hause kommt schon der Frühling. Es ist warm und der Schnee liegt nur noch oben in den Bergen. Apropos Berge: Letzte Woche durfte ich mit meinem Opa und meinem Papa auf das Maiensäss gehen. «Gehen» ist vielleicht ein bisschen übertrieben – aber für meine kurzen Beine habe ich das richtig gut gemacht! Während mein Opa und mein Papa tief im Schnee eingesunken sind, konnte ich mit meinem leichten Gewicht einfach oben auf dem Schnee gehen. Das war lustig!
Opa meinte zuerst, dass wir für das letzte Stück keine Schneeschuhe brauchen. Aber das stimmte nicht ganz. Hoch oben, auf über 1450 Metern, lag noch ganz viel Schnee. Alles war weiss, sogar die Bäume waren noch voller Schnee. Letzte Woche hatte es nämlich ganz fest geschneit – bestimmt 50 Zentimeter!
Viele Spuren im Schnee
Auf dem Weg haben wir viele Spuren von Tieren gesehen. Einige waren frisch, andere schon älter. Aber da waren auch ganz komische Spuren dabei. Sie sahen nicht aus wie von einem Hirsch, Reh oder einer Gämse. Mein Papa sagte, dass das Spuren von Raubtieren sein könnten. Vielleicht von einem Luchs oder sogar von einem Wolf! Aber ich musste keine Angst haben – mein Papa und mein Opa waren ja bei mir.
An der Hütte angekommen, musste zuerst die Hütte eingeheizt werden. Brrr, war das kalt. Papa meinte, dass es geschätzte null Grad waren. Das hiess: schnell unter eine Decke und warten, bis der Holz- und Specksteinofen warm wurde. Langsam knackte das Holz im Ofen. Knack … knister … knister … Da ging die Tür auf – quietsch! Opa kam herein, mit einem grossen Bündel Holz im Arm. «Brrr! Draussen ist es eisig kalt!», sagte Opa und stampfte den Schnee von seinen Schuhen. Nach einer Weile wurde es in der Hütte richtig gemütlich warm. Die Decke brauchte ich gar nicht mehr.
Gemütlich warm in der Hütte
Draussen wurde es langsam dunkel. Papa und Opa erzählten lustige Geschichten über die Vergangenheit. Am Abend haben wir dann zusammen ein Fondue gegessen. Das war lecker! Ich durfte das Brot in den Käse tunken – aber ich musste gut aufpassen, dass es nicht in den Topf fällt. Da wir nun satt und müde waren, kuschelten wir zusammen und hörten dem leisen Knistern des Ofens zu …
Keine Angst vor dem Luchs
Am anderen Morgen haben wir die Fotos auf der Wildkamera angeschaut. Und tatsächlich: Da war ein Luchs auf den Fotos! Er war wunderschön und ganz klar zu sehen, mit seinem weichen Fell und den spitzen Ohren. Das war richtig spannend! Ich habe ganz grosse Augen gemacht und gestaunt. So ein Tier sieht man ja nicht jeden Tag. Papa und Opa haben mir alles darüber erklärt, und auch gesagt, dass ich keine Angst haben muss.
Langsam schien auch die Sonne durch das Fenster und Papa meinte, dass es jetzt Zeit sei für eine Rutschpartie! Im tiefen Schnee ging es ganz schnell – ruckzuck, zackzack – den Hang hinunter. Am Nachmittag machten wir noch eine grosse Tour durch Wald und Schnee. Am Abend war ich dann ganz erschöpft vom vielen Laufen. Nach dem Abendessen waren wir alle müde vom langen Tag im Schnee. Ich bin ganz schnell eingeschlafen und habe vom Luchs und den Bergen geträumt. War das ein Wochenende …
Bis bald, liebe Kinder
Euer Mattis