Semesterprüafiga, Lerna und zruck Dahei
Hoi Margrith
Ez isches zwor schu a Wiil här aber i wünsch dr trotzdem au schöns 2026! Hai ez isch dr Januar au schu fascht wieder uma. Isch ez huara zackig ganga, findsch nit au? Brutal, wia dia Zit amigs dervosecklet. I hocka grad an minem Pult in Zizers und gnüssa d Ussicht uf da Calanda. I bin ez für a Wiil in Graubünda, bevor z neua Semester denn losgoht. I bin grad recht happy, dass dia huara Semesterprüafiga verbi sind. Isch a rechta Krampf gsi. Acht Prüafiga händ mini Mitstudenta und i müassa absolviara. Z meischta hät glaubs klappt, bi zweina bini mr aber nitaso ganz sicher. I finds no schwierig, zum so Prüafiga ischätza. Meischtens tüscht ma sich sowieso. Wemma z Gfühl hät, es segi huara guat gloffa, isches meischtens nüt gsi und wemma denkt hät, ou, das hani versecklet, isches ganz guat usako. I han dia letschta paar Wucha – au über d Feschttäg – in dr Schual verbrocht und han zämma mit a paar Maitla, wo au mit miar studiarend, glernt. Miar häts öppis brocht, das Zämmalerna, will i glauba, wäri dahei bliba, hätti kei Wank tua. Und in dr Schual zämma mit da anderna hani z Gfühl ka, dasses nit ganz aso schlimm gsi isch. Wia heissts aso schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid. Dur Prüafig hät denn aber jedi allei duramüassa. Zwei vu mina Mitbewohner händ a Wucha noch miar in d Prüafigsphasa gstartet und händ amigs a huara Tschera zoga, wenns heiko sind. Viel Mathe und Hirna müands amigs. Das wär nüt für mi. Mit Mathe hani mi nia verstanda, söttsch mol min ehemoligi Seklehrer froga, haha. I bin recht froh, dassi mi für dä Studiagang entschieda han. Bis eza gfallts mr nämlich guat! I bin dr aber ehrlich: I han kei Plan, wassi nochem Studium macha söll. Willi go schaffa? Wenn jo, was und wo? Oder willi wiiterstudiara? Mah. Häsch du immer schu gwüsst, wasda macha wettisch? Also häsch en Plan ka vu dinem Leba oder häsches eifach vorzua passiara loh? Und no a letschti Frog: Wennda könntisch wähla, hättisch a Entscheidig nit gmacht oder andersch gmacht?
So, das wärs amol vu miar. I gnüssa d Täg in Graubünda, bin dia nögscht Zit vermuatlich entweder amol uf dr Pischta oder hinterma Buach z finda.
Gnüss dr Winter!
LG us Zizers,
Lara
Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen
Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.
Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.
Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.
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