Winterthur ischt miär au i guätm Deicht
Guät Tag liäbi Lara
I hoffä, du siischt wäsäli übrgschlifärät ins 2026i. Uf all Fäll wünsch dr va Härzä äs gsägnäts nüüs Jaar und alls wa guät ischt für Liib und Seel.
I ha müässä lachä bim läsä va diim letschtä Briäf und han tenkt, etz siiend miär beedä widr quitt. Du chascht nüd mid dr Jagd aafaa und i han s preziis söllis mid dm Plaschtikchrischtbomm. Schtell dr für: Ä naturvrbundni Jegäri hocket undr ärä chünschtlächä Püüschä und joolet: «Ooo Plaschtikbomm, wiä grüän sind diini Nadlä». Ja, äs bitschi Schpass muäss sii!! Gäll, bischt nid empfützti* wägä dem! Fernseeluägä tüä mr an dr Wiänacht villä nüd. Drum chenn i au euä Film ni. Abr am Stäffäli würd de ds gschmücktä Bömmli uf d Siitä buggsiärt. Weischt wiäso? Dass mr bessr uf diä Glotzchischtä gsiänd, wägä dem vrdaaläschä Schpenglrcöpp. Albig und albig glaarä, wiä sch ufm Iisch dm Pöögg nachiseklend! Abr wenn dr HCD de gwinnt, han i nottä ä narrä Freud.
Du hescht mii zletscht mal gfreeget wägm musiglosä. I schtellä dr Radio villä nu no aa für d Nachrichtä und dr Wättrpricht. In jungnä Jaarä han i albig dick und viil Musig ggloset und zwar queer dür allr Gattig düür. Va klassisch, Schlager, Polkä und Volkstenz us fröndnä Lendr. I han ganzi Ordner vollä Choreografiä für Gymnastik-Wettchampf-Vorfüärägä, für Büünädar-bütägä, für Grossruumuuffüärägä und was no allschisch git. Das hed allimal ä narrä Arbet gee, bis diä Musigschtuck uuszellt gsi sind und de no di passändä Üäbägä drzuä erfundni gsi sind. Abr i han das mit Härzbluät gmachet und luägä gärä uf diä leng und hübsch Turnziit zrugg. Übrigens han i an Winterthur ganz hübschi Erinnärägä. Im 1984 han i dört amä Eidgenössischä Turnfescht im Einzelwettchampf Gymnastik Eichälaub ergatteret und für ä Grossruumvorfüärig mid übr hundrt Turnernä in blaunä Schüpp viil Komplimenti übrcho.
Ez bin i so wiit, dass i ganz gärä mini Ruä han. Äs regt mi uf, wenn s überal nu no tschättärät und pumpet. I han zäm Biischpiil ds Schiärsch ä grossi Buuschtell kha und diä hed uf mi Wunsch hii total musigfrii müässä sii. Das hed wundrbar klappet. All Handwärchr und Arbeitrnä hend das iighaaltä und au d Nachpuurä sind froo gsi, dass sch nid albig uufriiwillig hend müässä näbet dm Buulärm das Gschrääbl übr schi lä ergaa. Ja, gsiäscht nuu, so hed äs jeds schii Muggä. Mä muäss schi ja au nid albig ergärä für d Chatz, mä cha ja redä midänand. Etz wünsch dr alls Guätä. Bliib hoffentli grippäfrii und leg di warm aa bi der narrä Ggöörä. Und kii mr nid ins Jennerloch! Bis z nechschtmal.
Liäbi Grüäz usm Prättigau,
Margrith
*«empfützt» heisst: beleidigt, iigschnappt…
Über «Mid liäbnä Grüäz und LG» und die Autorinnen
Diese Kolumne zeigt den Briefwechsel zweier Frauen – eine hat gerade mit dem Studium begonnen, die andere ist im Ruhestand. Sie schreiben über Gott und die Welt und manchmal auch über das, was sie an der jeweils anderen Generation nicht so ganz verstehen. Sogar ihre Dialekte könnten unterschiedlicher kaum sein: Prättigauer Dialekt trifft auf Domleschger-/Churerdeutsch.
Margrith Ladner-Frei, geboren 1949, ist in Schiers-Schälleria aufgewachsen. Seit mehr als 50 Jahren lebt sie nun in Grüsch. Traditionen, alte Bräuche, Menschen und ihre Geschichten, Gesetze der Natur, die Schöpfung und ihre Kreaturen und besonders die Sprache der Walser interessieren die Schreiberin sehr. Sie hat schon einmal für die «Büwo» geschrieben und hat bereits viel Erfahrung gesammelt, was die Sprache und unsere Dialekte betreffen.
Lara Buchli, geboren im Jahr 2003, ist in Zizers aufgewachsen. Zur Zeit studiert sie an der ZHAW in Winterthur. Tiere, die Natur, Krimis und Horror findet sie super. Sie hat ihr Praktikum bei der «Büwo» absolviert und schreibt seit Jahren hobbymässig und konnte so bereits Erfahrung sammeln, was das Schreiben und die deutsche Sprache angeht.
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