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Zahlenglück – oder eben nicht

Vorsichtig drehe ich die Karte um. Mit einem Auge linse ich auf ihre Unterseite. Ein bisschen ängstlich, aber auch ein bisschen neugierig. Ich hoffe auf eine möglichst niedrige Zahl. Und ich habe Glück. Zahlenglück. Eine Drei in Grün. Ganz gut. Meinem Nebenmann geht es schlechter. Schnell dreht er seine Karte um und deckt eine Neun auf – signalrot. Das bedeutet nichts Gutes. Er kommt ins Schwitzen.

Wir spielen «Skyjo» in kleiner Dreierrunde, möglich wäre das Spiel mit bis zu acht Mitspielenden. Beginnen wir aber mit einer Einführung. Ziel von «Skyjo» ist es, über mehrere Runden möglichst wenige Punkte zu sammeln. Denn wer als Erste oder Erster 100 Punkte erreicht, verliert das Spiel. Eine grüne Drei ist deshalb besser als eine rote Neun. Klar, oder? Die Farben sind übrigens ans Ampelsystem angelehnt. Rot für hohe Karten, Gelb für mittelhohe, Grün für tiefe. Die Null ist auf hellblauem Grund abgebildet und wertvolle Minusziffern auf einem dunklen Lila.

Das Spielprinzip ist einfach. Zu Beginn bekommt jede Spielerin, jeder Spieler zwölf Karten, die sie oder er verdeckt vor sich in einem Rechteck von drei mal vier Karten auslegt. Dann drehen alle zwei beliebige Karten des eigenen Decks um. Die restlichen Karten werden als Nachziehstapel in die Mitte des Tisches gelegt.

Nun hat jeder Zug denselben Ablauf. Zuerst wird eine Karte gezogen – entweder die ausliegende Karte vom Ablagestapel oder eine vom Zugstapel. Zieht jemand eine Karte vom Ablagestapel, muss sie oder er diese gegen eine Karte aus dem eigenen Deck austauschen. Zieht sie oder er jedoch eine Karte vom Zugstapel, darf sie oder er sich diese anschauen und entscheiden, ob diese Karte ausgetauscht oder lieber abgelegt wird.

Tauscht die Spielerin respektive der Spieler eine Karte aus, muss sie oder er entscheiden, welche Karte ausgetauscht wird. Grundsätzlich kann jede Karte des eigenen Decks ausgetauscht werden. Ob diese dabei verdeckt ist oder offen liegt, spielt keine Rolle. Jedoch dürfen die verdeckt liegenden Karten nicht vorher angeschaut werden. Die getauschte Karte wird nach dem Zug auf den Ablagestapel abgelegt. Man kann sich aber auch entscheiden, keine Karte zu tauschen (nur beim verdeckten Ziehen vom Zugstapel möglich). Dann wird die gezogene Karte auf den Ablagestapel gelegt und eine der verdeckten Karten im Deck umgedreht. Schafft es jemand, drei gleiche Zahlen in einer senkrechten Reihe zu legen, werden alle drei Karten auf den Ablagestapel gelegt werden. Diese Karten werden in der Schlusswertung nicht gezählt. So kann man Punkte einsparen.

Sobald eine Spielerin oder ein Spieler alle Karten des eigenen Decks aufgedeckt hat, endet die Runde. Alle anderen dürfen dann noch einen Zug machen. Danach werden die Werte aller Karten (auch der noch verdeckten) zusammenrechnet und notiert. Wer die Runde beendet, muss die kleinste Punktzahl erreichen. Ist dies nicht der Fall, erhält sie oder er die doppelte Punktzahl notiert. Nach jeder Spielrunde werden die Punkte zusammengezählt. Sobald jemand einen Wert von 100 erreicht, ist das Spiel fertig. Gewonnen hat, wer dann die wenigsten Punkte auf dem Konto hat.

«Skyjo» macht schon in kleiner Runde Laune, ist aber bestimmt auch in einer grösseren Runde lustig. Ein gelungener Mix aus Glück und Strategie. Genau so, wie ich das mag. Und sogar ein bisschen Sticheln liegt drin. Wunderbar.

«Skyjo»: für zwei bis acht Spielende, ab acht Jahren, Spieldauer circa 30 ​Minuten. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft und auch in der Stadtbibliothek Chur ausgeliehen werden.

Dominik Steinmann

Gamescorner
Es gibt noch andere Reiter als Krieg und Tod

Für die Switch ist nun endlich auch der dritte Teil der «Darksiders»-Reihe erschienen. Technisch gesehen, ist es auf der Switch ebenso ein Knaller wie auf den anderen Konsolen. Der feurige Rat will von Fury, dass sie das Gleichgewicht zwischen den drei Königreichen (Himmel, Hölle und Menschen), welches unter anderem von Krieg beeinflusst wird, wieder herstellen. Aber damit das gelingt, muss sich Fury den sieben Todsünden annehmen und diese sind nicht gerade ein leichtes Kaliber. Aber dennoch will Fury sowohl dem feurigen Rat wie auch ihren anderen Reiterkollegen zeigen, dass sie das Zeug dazu hat. Mit ihren speziellen Fähigkeiten und ihrer eindrücklichen Peitsche geht sie auf die Suche. Fury trifft dabei immer wieder auf viele Gegner, welche Seelen liegen lassen. Diese sollte man als Spieler oder Spielerin sammeln, denn so kann man seine Protagonistin stärken. Ebenso sollte man immer wieder einen Blick auf Artefakte werfen – wenn man diese dann auch findet. Auch diese sind eine gute Hilfe im Kampf. Mit Fury, einer Frau unter den apokalyptischen Reitern, macht das Abenteuer sehr viel Spass. Sie bringt etwas Abwechslung in die Darksiders-Reihe. Der Unterhaltungsfaktor ist gleich hoch wie bei den anderen Teilen und endlich dürfen auch Switch-Spielerinnen und -Spieler in den Genuss kommen, sich mit der Peitsche auf die Suche nach den Todsünden zu machen. Und wenn man nicht nur strikt der Story folgt, wird man noch einiges entdecken können. Das könnte in diesem gelungenen Spiel noch stärker machen.

«Darksiders 3» wurde auf der Switch getestet. Ab 16 Jahren.