Beeindruckende Burgen bauen
Über 20 Jahre ist es her, seit «Alhambra» 2003 zum Spiel des Jahres gekürt wurde. Tatsächlich ist das Spiel bis vor Kurzem an mir vorbeigegangen – zu Unrecht, wie ich heute finde. Übrigens heisst das Spiel in neueren Auflagen «Der Palast von Alhambra». Zudem gibt es diverse Erweiterungen sowie ein Würfel- und ein Kartenspiel und weitere Legespiele und Sondereditionen. Ein Klassiker also.
Zu Beginn etwas Theorie. Was ist die Alhambra überhaupt? Wikipedia sagt: «Die Alhambra ist eine Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel im andalusischen Granada in Spanien.» Die Burg gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 zum Weltkulturerbe. Das Ziel des gleichnamigen Spiels? Eine eigene, möglichst imposante Alhambra bauen. Aufgebaut ist die Burg im Spiel mit quadratischen Spielkärtchen, die Gebäude zeigen. Punkte gibt es für diejenige, die dann, wenn eine Wertung ansteht, die meisten Gebäudeplättchen einer Sorte (Pavillon, Serail, Arkaden, Gemächer, Garten, Türme) in ihre Alhambra eingebaut haben. Zum Schluss bekommen alle Mitspielenden zudem Punkte für das längste Stück ihrer Aussenmauer.
Aber natürlich kostet der Bau der Gebäude etwas, schliesslich wollen sowohl die Steinmetze aus dem Norden wie auch die Gartenbauer aus dem Süden einen gerechten Lohn und bestehen auf ihre Heimat-Währung. So gibt es im Spiel nicht nur Geldkarten mit verschiedenem Wert, sondern auch in vier verschiedenen Währungen: Denar, Dirham, Dukaten und Gulden.
In jedem Spielzug hat der Spieler respektive die Spielerin die Wahl, Geld zu bekommen, Gebäudeplättchen zu kaufen und anzubauen oder die Alhambra umzubauen. In der Mitte liegen im Bauhof sowohl jeweils vier Gebäudeplättchen sowie vier Geldkarten aus. Die Spielenden können jeweils eine beliebige Geldkarte aus der Mitte nehmen – oder gar mehrere, wenn ihre Summe nicht grösser als fünf ist. Entscheidet man sich für den Kauf eines Gebäudes aus dem Bauhof, macht es durchaus Sinn, passend zu zahlen. Denn immer wenn das gelingt, darf man einen weiteren Zug tätigen. Wechselt eine Gebäudekarte den Besitzer respektive die Besitzerin, können diese die Karte in ihre Alhambra anbauen. Dies natürlich nur, wenn das geht: Die Gebäudekarten haben teilweise durchgezogene Kanten (Mauern). In der Alhambra dürfen Mauern nur an Mauern grenzen und alle Burgteile müssen von der Startkarte aus erreichbar sein. Kann oder will jemand das erworbene Plättchen nicht anbauen, legt er oder sie es ins Reservefeld. Hier dürfen beliebig viele Plättchen liegen. Einen Spielzug können die Spielenden auch nutzen, um die Alhambra umzubauen. Dabei können sie: A) ein Gebäudeplättchen von ihrem Reservefeld an ihre Alhambra anbauen, B) einen Gebäudeteil ihrer Alhambra abbauen und ins Reservefeld legen oder C) einen Gebäudeteil des Reservefelds gegen einen in der Alhambra tauschen. Platziert werden muss das Kärtchen genau an der frei gewordenen Position.
Im Spiel gibt es insgesamt drei Wertungen. Das ist spannend und macht das Spiel unvorhersehbarer. Denn die ersten beiden Wertungen finden dann statt, wenn die entsprechende Karte vom Stapel mit den Geldkarten gezogen wird. Wann genau das passiert, weiss niemand. Die letzte Wertung findet dann am Spielende statt. «Alhambra» macht Spass, weil es recht einfach zu spielen ist. Man kann planen und taktisch spielen, muss aber nicht unbedingt.
«Alhambra»: für zwei bis sechs Spielende, ab neun Jahren, Spieldauer 45 bis 60 Minuten. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft und auch in der Stadtbibliothek Chur ausgeliehen werden.