Auf Schatzsuche
Eine geheimnisvolle Insel mitten im Ozean. Hohe Berge, dichte Wälder, reissende Flüsse, tiefe Seen, offenes Buschland, feiner Strand. Dazwischen einsame Hütten, Palmen und mysteriöse Statuen. Und irgendwo auf dieser Insel sind wertvolle Schätze vergraben. Aber wo nur? Im Spiel «Tobago» gehen die Spielenden als Abenteuerinnen und Abenteurer auf die Suche. Mit einem Geländefahrzeug bewegen sie sich auf der Insel, suchen nach Hinweisen und versuchen, die Schätze auszuheben. Aber Vorsicht: Manche davon sind verflucht…
Aber der Reihe nach. Nachdem die Insel aufgebaut und die Häuser, Palmen und Statuen darauf verteilt wurden, platzieren die Mitspielenden ihr Geländefahrzeug auf der Karte. Die Hinweiskarten werden gut durchgemischt und alle Mitspielenden erhalten vier solche Karten auf die Hand sowie Hinweisplättchen in ihrer Farbe. Auch die Schatzpfade werden vorbereitet. Nun haben die Spielerinnen und Spieler pro Zug verschiedene Möglichkeiten. Sie können einen Hinweis geben, in dem sie den Fundort von einem der Schätze genauer definieren. Beispiele hierfür könnten sein: Der braune Schatz liegt nicht im Dschungel. Der schwarze Schatz befindet sich im grössten Buschland. Der graue Schatz liegt direkt neben einer Hütte. Und der weisse Schatz ist ein- oder zwei Felder vom Meer entfernt. Wird ein Hinweis gegeben, platziert die Person den Hinweis auf dem Schatzpfad in der richtigen Farbe und setzt eines seiner Hinweisplättchen auf den Hinweis. Auf dem Spielplan werden nun die Felder, die noch als Ort in Frage kommen, an denen der Schatz versteckt sein könnte, markiert. Wer keinen Hinweis geben kann oder will, darf sich auch mit dem Geländeauto auf dem Spielfeld bewegen. Pro Zug darf das Auto bis zu drei Teilstrecken absolvieren. Als eine Teilstrecke gilt eine beliebig weite Fahrt im selben Gelände oder ein Geländewechsel auf ein benachbartes Feld.
So geht es reihum, bis jemand einen Schatz ausheben kann. Einen Schatz ausheben kann man nur, wenn der Fundort eindeutig bestimmt ist, sprich wenn sich nur noch ein Markierungsstein in besagter Farbe auf dem Spielfeld befindet. Ausheben kann den Schatz nur, wer in seinem Zug das Feld mit diesem letzten Markierungsstein mit dem Geländefahrzeug erreicht. Der Schatzfinder respektive die Schatzfinderin darf nun auch noch ein Hinweisplättchen auf dem Schatzpfad platzieren.
Jetzt geht es um die Verteilung der Goldmünzen. Alle, die sich an der Schatzsuche beteiligt haben, ziehen so viele Goldkarten vom verdeckten Stapel, wie sie Hinweise gegeben haben. Nun sehen sie sich die Karte an und verraten nicht, was darauf zu sehen ist. Dann geben sie die Karte an die Person zurück, die den Schatz gehoben hat. Diese nimmt eine weitere verdeckte Karte vom Goldstapel dazu, mischt die Karten und deckt die oberste Karte auf. Nun beginnt die Verteilung von unten nach oben. Sprich die Person, deren Hinweisplättchen zuunterst liegt, wird als erster gefragt, ob sie die verdeckte Goldkarte nehmen möchte. Lehnt sie ab, wird die nächste gefragt und so weiter. Wer die Goldkarte nimmt, legt sie vor sich ab und entfernt sein Plättchen. So geht es weiter, bis keine Goldkarte mehr im Angebot ist oder kein Hinweisplättchen mehr aufliegt. Hier kommt übrigens auch die Gefahr ins Spiel. Gewisse Goldkarten sind verflucht und kosten. Wer ein schützendes Amulett einsammeln konnte, gibt dieses ab. Wer keines hat, muss seine wertvollste Goldkarte opfern. Amulette können während des Spiels auch eingesetzt werden, um einen zusätzlichen Zug zu machen, weiter mit dem Auto zu fahren, Karten zu tauschen oder ein Markierungsstein zu entfernen. Nach jedem Schatzfund kommen neue Amulette ins Spiel. Es gewinnt, wer am Schluss am meisten Gold besitzt.
«Tobago» ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Spiel. Besonders spannend ist, dass man zwar zusammen versucht, den Schatz zu lokalisieren, am Schluss spielen aber doch alle für sich und versuchen, möglichst viel Gold einzusacken. Optisch ist das Spiel zwar keine Wucht, aber es erfüllt seinen Zweck. Das Spielprinzip ist im Gegenzug einzigartig und sehr sinnvoll aufgebaut.
«Tobago»: für zwei bis vier Spielende, ab zehn Jahren, Spieldauer circa 60 Minuten. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft werden und auch im Bibliotheksverbund Graubünden (Bibliothek Küblis) ausgeliehen werde.