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Tim Bendzko: «Alles, nur nicht zurück»

Sind es tatsächlich schon 15 Jahre her, als ein junger Berliner Sänger auszog, um nur kurz die Welt zu retten? Ein Riesenhit, der wochenlang an der Chartspitze hing und bis heute nachschwingt. Was folgte, waren Goldauszeichnungen, haufenweise Musikpreise, diverse Auftritte mit Weltstars und erfolgreiche Tourneen durch das deutschsprachige Europa – und sowieso weitere mehr oder weniger erfolgreiche Alben. Nebenbei war der Union-Berlin-Fan noch Coach bei «The Voice Kids», Gast-Juror bei «The Voice of Germany» und auch als «Masked Singer» auf Sendung. Mit seinem neuen Album «Alles, nur nicht zurück» setzt er ein neues Lebenszeichen, das sich um seine persönlichen Krisen der letzten Jahre dreht. «Ich singe über meine Innenwelt», erklärt Tim Bendzko in einer TV-Show.

Er wolle sich persönlich weiterentwickeln, ein besserer Mensch werden, und er sei auf der Suche nach Antworten, so Bendzko. Entsprechend singt er im gleichnamigen Titelsong, er sei voller Zweifel und wisse nicht, wohin. Im groovigen «Zwei Gramm» meint er, er habe keine Kraft, sehe den ­Tunnel, aber kein Licht, und im bedächtig holpernden «Kopf hoch» hat er Angst, zu versagen, will jedoch allen Mut zusammennehmen, um weiterzumachen. Im poppigen «Anders» besingt er seine eigenen Unzulänglichkeiten und im schläfrigen «Unter Steinen» bedauert er die Trümmer (s)einer Beziehung, um im nächsten Song («Wach auf») wieder positive Signale auszusenden.

Und so geht es weiter mit seinen Emotionen, die er in Lieder verpackt. Mal niedergeschlagen über das Scheitern, mal über das neben den eigenen Schuhen stehen («Lass los»). Mal zuversichtlich über die Leichtigkeit einer Beziehung («Zu verschieden»), mal über die Abgründe und die Leere im Leben («Immer»). Musikalisch sphärisch-plätschernd, mal rhythmisch-treibend sind Bendzkos Songs, die er im erwähnten Interview als Ventil für seine Emotionen bezeichnet. Am 22. Mai wird der smarte Musiker und Hobbybastler in Zürich auftreten – und dann wohl im selber ausgebauten wohnlichen Camper anreisen.

Podcast-Tipp
Andri Dürst

«Urban Pop»

Sind Sie Team «Beatles» oder Team «Rolling Stones»? Oder hören Sie lieber Depeche Mode oder Eurythmics? Oder etwas Zeitgenössisches wie «AnnenMayKantereit»? Eigentlich egal – denn die Geschichten hinter den Bands sind stets spannend. Zumindest, wenn sie vom Podcast «Urban Pop – Musiktalk mit Peter Urban» aufgearbeitet werden. In diesem Format diskutiert NDR-Musikjournalist Ocke Bandixen mit Musik-Insider Peter Urban über die verschiedensten Bands der letzten Jahrzehnte. Peter Urban gilt in Deutschland übrigens als absolute Legende – nicht zuletzt deshalb, weil er 25 Jahre lang den ESC kommentiert hatte. Als jahrelanger Radiomacher hatte er es in seiner Karriere schon mit mancher Berühmtheit zu tun. Entsprechend kann er bei so manchen Podcast-Folgen richtiggehend aus dem Nähkästchen plaudern. Der Podcast befindet sich zurzeit zwar in einer kreativen Pause, wie es auf Nachfrage beim NDR heisst. Neue Folgen für 2026 seien auf jeden Fall aber geplant.

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