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Mumford & Sons: «Prizefighter»

«Mumford and Sons»-Bassist Edward Dwane sagt in einem Interview, «Prizefighter» fühle sich an, wie eine Rückkehr zu den Anfängen ihrer Karriere – und die liegen knapp 20 Jahre zurück. Marcus Mumford, der Namensgeber der Band, meint, das aktuelle Album sei sein liebstes und das beste obendrein! Hat sich die Band im Vergleich zu früheren Arbeiten immer rund drei Jahre Zeit zwischen den einzelnen Veröffentlichungen gelassen, liegen zwischen dem letzten Album «Rushmere» und dem aktuellen nicht mal ein Jahr. «Schuld» an dieser intensiven Schaffensphase sei der Produzent und Alleskönner Aaron Dessner von der Band The National (die auch schon Hörenswertes geliefert hat). Er habe im letzten Frühling bei den Aufnahmen zu «Rushmere» im Studio vorbeigeschaut und in der Folge eine – wie sie sagen – euphorische und rasante Zusammenarbeit bewirkt.

Wenn das mal keine Ansage ist. Schon «Here», der erste Song des Albums, löst mit tollem Harmoniegesang schwelgerische Gefühle aus und Gastsänger Chris Stapelton setzt coole Hörmarken. Stark auch das fein swingende «Rubber band man». Leise flirren die Banjo- und Gitarrensaiten und «Hozier», der andere Gastsänger, veredelt die Folk-Pop-Nummer maximal. Banjo-Klänge ebenso im hymnischen «The banjo song». Folkig-heiter «Run together», das mit opulenten Streichern unterlegt ist. So folgt ein gefällig klingender Song dem nächsten, romantisch, gefühl-, fantasie- oder stilvoll. Wie einst bei Simon & Garfunkel, wenn man denn unbedingt Vergleiche ziehen will (unter anderem «Conversation with my son/Gangsters & Angels» oder «Shadow of a man»).

Weitere Gäste der britischen Band sind die beiden amerikanischen Singer-Songwriterinnen Gigi Perez («Icarus») und Gracie Abrams («Badlands»). Wundervolle Balladen sind «I’ll tell you everything» oder auch der Titelsong «Prizefighter». «Mumford and Sons» versprechen tatsächlich nicht zu viel: Die 14 unaufgeregten Folk-Pop-Songs schmeicheln den Hörgängen mit stimmgewaltigen, luftigen, sanften und einnehmenden Klängen …

Podcast-Tipp
Andri Dürst

«Zimmer 42»

Philosophie muss nicht kompliziert sein. Aber auch kein belangloses Blabla. Eine wunderbare Zwischenform hat Barbara Bleisch gefunden. Die aus «Sternstunde Philosophie» bekannte Moderatorin begrüsst seit rund einem Jahr im SRF-Podcast «Zimmer 42» alle zwei Wochen einen anderen Gast. Bei Ingwertee oder Wasser plaudert sie gut eine Stunde lang mit ihrem Gegenüber über alltägliche Lebensfragen. Die einzelnen Folgen stehen jeweils unter einem sehr plakativen Titel, wie etwa «Welche Kraft hat die Erinnerung?», «Verhandeln: Wie krieg ich, was ich will?» und «Effizient schlafen – warum geht das nicht?». Es sind wohl alles Fragen, die sich viele von uns immer wieder stellen. Sie sind auch die Grundzutat im Erfolgsrezept von «Zimmer 42». Für argumentative Stabilität sorgt das Fachwissen der Gesprächsgäste. Das Ganze würzt Barbara Bleisch mit einer Prise Philosophie und macht den Podcast so zu einem echt hörenswerten Format.

Empfohlen für alle, die gerne übers Leben nachdenken. Zu hören auf allen gängigen Plattformen und auf Play SRF.