Glen Hansard: «Don’t settle (Transmissions East & West)»
Die beiden «Best ofs» sind eigentlich keine schnell und lieblos aufgetischten Zusammenfassungen der Musikkarriere von Glen Hansard. Vielmehr sind «Don’t settle (Transmission East)» und «Don’t settle, Vol. 2 (Transmission West)» Neufassungen von Songs, die er mit früheren Bands und anderen Musikern aufgenommen hat. Und das kam so: Im April 2025 traf sich Hansard mit einer tollen Band im Berliner Funkhaus, um eine Auswahl seiner Lieder konzertant vorzutragen und mitzuschneiden. Rund 600 Zuhörer seien Zeugen dieses eindrücklichen Spektakels gewesen. Wer die Stichworte «Glen Hansard» und «Funkhaus Berlin» im Netz eingibt, kann nachvollziehen, welch fantastisches Konzert das gewesen ist. Es wäre müssig, auf einzelne Songs dieses Zusammenschnitts einzugehen, Hansard bedient schlicht und einfach die ganze Palette des musikalischen Ausdrucks zwischen feinem Folk und treibendem Rock.
Glen Hansard ist in Dublin aufgewachsen und hat wie viele andere Künstler seine Sporen als Strassenmusiker abverdient. Sein Lehrer habe ihn gebeten, auf die Strasse zu gehen und zu musizieren – und ja nicht nach Hause zu gehen, um TV zu schauen. Das erzählt er in einem Youtube-Video. Später war er Frontmann der irischen Rockband «The Frames» und schuf im Duo mit der tschechischen Sängerin Markéta Irglová unter dem Namen The Swell Season einige Volltreffer. So den Song «Falling Slowly» aus dem Independentfilm «Once», ein Song, der mit einem Academy Award ausgezeichnet wurde. Für «Once» lieferten die beiden nicht nur den Soundtrack, es war ebenso die Geschichte ihres Zusammenfindens im Projekt Swell Season. Ebenso ist Hansard im Kultfilm «The Commitments» in der Rolle des Outspan Foster zu sehen. Der Ire hat mit vielen anderen Künstlern zusammengearbeitet und war sehr wohltätig eingestellt. Am 29. Juli dieses Jahres ist er leider bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Seine Abdankung in der St. Patrick’s Cathedral in Dublin war ein Grossereignis und kann auf Youtube nachverfolgt werden.
Podcast-Tipp
Andri Dürst
«Beziehungskosmos»
Wer beim Titel dieses Podcasts an eine auditive Ehetherapie denkt, irrt. Zumindest ein bisschen. Der Beziehungsbegriff wird bei «Beziehungskosmos» nämlich bewusst weit gefasst. Denn nicht nur die Beziehungen zu anderen, sondern auch die Beziehung zu sich selbst ist immer wieder Thema des Psychologiepodcasts. Zu hören sind in diesem Format die Journalistin Sabine Meyer sowie Psycho- und Paartherapeutin Felizitas Ambauen. Die beiden gehen alle zwei Wochen einem psychologischen Phänomen auf den Grund. Im Gegensatz zu vielen anderen Psychologiepodcasts wirken die Unterhaltungen hier nicht abgehoben oder zu theoretisch, sondern kommen verständlich daher. Kein Wunder, rangiert «Beziehungskosmos» oft unter den meistgehörten Schweizer Podcasts. 2023 wurde er gar als «Podcast des Jahres» ausgezeichnet. Die Macherinnen selbst beschreiben ihre Sendung als «wohlwollender Begleiter zur Selbstreflexion, der einen Schritt für Schritt beziehungsweiser werden lässt». Wie wahr!