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Linda Perry:«Let it die here»

«And I said hey, yeah, yeah… what’s going on». «What’s up» hiess der Monsterhit von Anfang der 1990er-Jahre, 4 Non Blondes (4NB) – die Band mit Mastermind Linda Perry. 1995 war Schluss mit 4NB und die Sängerin arbeitete in der Folge vorwiegend als Liedschreiberin und Produzentin für andere Musikstars. Ein Dokumentarfilm von 2024 über ihr turbulentes Leben mit schwierigen Familienverhältnissen habe sie inspiriert, ein neues Album zu veröffentlichen. Das, um alles zu reflektieren und endlich zu sich selbst zu finden, erzählt die 61-Jährige in einer TV-Show. Das Album sei ihrer verstorbenen Mutter gewidmet, zu der sie ein ganz schwieriges Verhältnis gehabt habe. In einem luftigen Moll-Song mit Drama-Touch singt Perry zaghaft vom Balboa Park in San Diego, wo sie als Jugendliche verwahrlost «rumgehangen» habe («Balboa Park»). Im poppigen «Stupid yellow kite» ist das familiäre Abnabeln ein Thema, ähnlich der Inhalt in der Up-Tempo-Nummer «Push me in the river». Brutal die Frage an ihre verstorbene Mutter im soulig eingefärbten «Is that all you got?»: Ist das alles, was du kannst – mich schlagen? So etwas wie eine Entschuldigung ist der smarte Titelsong «Let it die here», hymnisch der musikalisch umgesetzte Abschied von ihrer Mutter («What lies with you»). Ebenso ein Thema ist diese im Latin-angehauchten «I am daughter». Im eingängigen «The suitcase» sinniert sie dann darüber, was man metaphorisch in einem Koffer von zu Hause mitnimmt, wegwirft oder welche eigenen Erfahrungen man darin abfüllt. Auch dieser Song ein Ohrwurm. In besagter TV-Show sprach sie weiter über ihr fehlendes Selbstwertgefühl und ihre Angst, den gestellten Ansprüchen nicht zu genügen. Die Ballade dazu: «I am beautiful». Dass sie auch den Geradeaus-Rock kann, beweist sie im zügigen «Feathers in a storm» und in «Now that she’s gone», wo es um Wiedergutmachung geht. Die versöhnliche Ballade «Albatross» beendet den Reigen der wunderbaren Tracks. Sie habe ihren Weg gefunden, singt Perry darin – oh yeah.

Podcast-Tipp
Simon Blatter

«Chaos-Amt»

Eine frische Neuheit: Am 12. August erscheint gerade mal die siebte Folge des am 1. Juli gestarteten «Chaos-Amt». Wer nun erwartet, mit dem neuen Podcast die eigene Intelligenz erweitern zu können, wird hier bitter enttäuscht. Begeistert hingegen wird, wer einfach mal für etwas mehr als eine halbe Stunde sein Hirn ausschalten und sich über Alltagsbanalitäten lustig machen möchte. Die Gesprächsthemen zwischen Judith Erdin, Stefanie Heinzmann und Denise Balzer sind nämlich so banal, dass sie schon wieder lustig sind. Zur exzellenten Situationskomik trägt auch bei, dass die drei Protagonistinnen völlig unterschiedliche Leben, Hintergründe und Berufe haben. Dies führt mitunter zu kuriosen Missverständnissen und vielen ungeplanten Lachnummern. Richtig amüsant wird die Serie jedoch erst, wenn man nach einigen Folgen die Insiderwitze versteht. Dass das «Chaos-Amt» nach jeder Folge lustiger wird, weckt aber hohe Erwartungen an künftige Folgen.

Empfohlen für alle, die Stand-up-Comedy lieben. Verfügbar auf allen gängigen Podcast-Plattformen und YouTube.