Amadou & Mariam: «L’Amour à la folie»
Das westafrikanische Land Mali hat immer wieder besondere Musiker und Musikerinnen hervorgebracht, die auch hierzulande Spuren hinterlassen haben. So Boubacar Traoré, Salif Keïta oder auch Ali Farka Touré. Seine Zusammenarbeit mit Ry Cooder, die im Album «Talking Timbuktu» mündete, ist unvergessen.
Ein malisches Duo, das ebenfalls einen vielseitigen Weltmusik-Mix aus Rock, Pop, Wüstenblues und Afrobeats pflegt, heisst Amadou & Mariam. Der seit frühester Jugend blinde Gitarrist Amadou hat während einer musikalischen Ausbildung seine ebenfalls blinde Frau, die Sängerin Mariam, kennengelernt und mit ihr schon bald erste Erfolge gefeiert. Ein Meilenstein ihrer Karriere war das Album «Dimanche à Bamako», das 2004 erschienen ist und von Manu Chao mitproduziert wurde. Insbesondere in Frankreich hat es viele Fans gefunden.
Fussballfans mögen sich eventuell erinnern, als das Duo zusammen mit Herbert Grönemeyer anlässlich der WM 2006 in Deutschland die offizielle Fifa-Hymne «Zeit, dass sich was dreht» («Celebrate the day») präsentierte. Auch anlässlich der Abschlussfeier der Paralympischen Spiele 2024 in Paris haben sie aufgespielt. Es soll einer ihrer letzten Auftritte gewesen sein, denn im Frühling 2025 ist Amadou Bagayoko siebzigjährig gestorben.
Als Rückblick auf ihre Karriere ist im letzten Spätherbst die Liedsammlung «L’amour à la folie» erschienen, ein wunderbarer Mix mit 13 fröhlichen Songs. Ein tolles Zeugnis ihres Könnens, welches das Duo der Nachwelt hinterlässt. Es soll Mariams ausdrücklicher Wunsch gewesen sein, dass die Songs auf dem Album auf jeden Fall tanzbar werden. Und das sind sie ganz im Sinne der Sängerin geworden.
Und wer per Zufall dieses Wochenende in Paris ist, kann sich im Kino Grand Rex die Premiere eines Dokumentarfilms über das Leben von Amadou & Mariam zu Gemüte führen. Titel: «Sons du Mali». An der nachfolgenden Gesprächsrunde soll auch Amadous Witwe, Mariam Doumbia, dabei sein. Reden ist gut, die Songs von Amadou & Mariam hören ist besser.
Podcast-Tipp
Maria-Catharina Lechmann
«Podcast am Pistenrand»
Tina Weirather, Marc Berthod und Michael Schweizer – das sind die Hosts des «Podcast am Pistenrand», des beliebtesten Skipodcasts der Alpen. Das heisst es zumindest im Podcastbeschrieb. Aber auch die Bewertungen der «Papnasen» (wie sich die Community nennt) auf Spotify sprechen dafür: glatte fünf Sterne. Und das bei knapp 8000 Bewertungen! Die beiden ehemaligen Skiprofis Weirather und Berthod sowie der ehemalige Sportartikelverkäufer Schweizer unterhalten sich einmal wöchentlich über die wichtigen (und unwichtigen) Themen aus dem Skizirkus. Dabei werden nicht nur Rennen und Geschehnisse der Ski-Alpin-Welt unter die Lupe genommen, sondern auch Einblicke hinter die Kulisse geliefert – und das mit einer guten Prise Humor. Mit über 50 bereits erschienen Folgen bietet der Podcast beste Unterhaltung, egal ob beim Aufräumen, auf dem Heimweg oder im Sessellift vor dem Skifahren!