Soft Loft: «Throw the dice»
Es war vor drei Jahren. Reeperbahnfestival in Hamburg. Auf dem Spielbudenplatz steht eine tolle Band auf der kleinen Openair-Bühne. Klarer Sound, markante und ausgefallene Popsongs – und das gratis ausserhalb des Festivalpasses. Aber was war denn das? Die sprechen ja «Schwiizerdüütsch» miteinander. Wie war der Name dieser Band? Soft Loft? Nie gehört – sorry. Mittlerweile sind die Aargauer weit in der Welt rumgekommen (gerade diesen Monat sind sie wiederum auf Deutschlandtournee) und haben offiziell 1,5 Tonträger veröffentlicht. 2024 ihr Debütalbum «The party and the mess» und ein Jahr später das 6-Song-Mini-Ding «Modern roses». Schon auf diesen Veröffentlichungen sind tolle Alternativ-Pop-Songs zu finden. Vor gut einem Monat haben Soft Loft ihre Nr. 3, «Throw the dice» vorgestellt.
Aus der Ferne plätschert streicherselig die Game-Figur Mr. Raccoon («Where is Mr. Raccoon») durch die Hörgänge, entspannt und locker-lässig tönen die melodiösen «Gravity’s pull» und «Wednesdays». Poppig hört sich die unglückliche Liebesgeschichte «F U want it» an, sehr folkig und reduziert setzt «Wrists that won’t be mine» eine Marke – könnte ein Lieblingssong werden. Von rockigen Gitarren unterlegt ist das treibende «Caught» und sehr cool hoppelt «What are the odds» daher – ein Song mehr, der mit einem nachdenklichen Text versehen ist. Im trägen «Lonely sometimes comes in joy» singt Jorina Stamm schleppend von der Einsicht, dass gelegentlich auch Einsamkeit Freude bereiten kann. Lieblich und einnehmend, nur von einer akustischen Gitarre begleitet, gefällt das Schlusslied «Told». Sängerin Jorina Stamm macht mit ihrer aussergewöhnlich-melancholischen Stimme und der eigenwilligen Phrasierung ihrer Texte die Musik von Soft Loft zu etwas Besonderem. Musikkritiker Marc Vetter vom Rolling-Stone-Magazin meint, das Album höre sich wie eine Bewerbung als Support für eine Taylor-Swift-Tour an und gibt dem Soft-Loft-Album 2,5 von 5 Sternchen. D.h. etwas zwischen delektabel und akzeptabel… naja!
Podcast-Tipp
Simon Blatter
«Debriefing 404»
Warum hören wir Podcasts? Die einen, um Neues zu lernen, andere, um tiefgründige philosophische Themen zu entdecken. Wiederum andere mögen Podcasts, um den Kopf abzuschalten und sich scheinbar belangloses Alltagsgeschwätz anzuhören. Wer zu letzterer Gruppe gehört, entwickelt schnell Sympathien für «Debriefing 404». Dies ist der wöchentliche Comedy-Podcast des SRF-Satireformats «Studio 404», bekannt für die Insta-Kurzvideos mit humoristischem Wochenrückblick aufs Weltgeschehen. Die harten News treten im Podcast jedoch in den Hintergrund. Vielmehr geht es um Alltagserlebnisse der drei Hosts, die ausführlich diskutiert und reflektiert werden. Fragen wie «Wie angebracht ist es, sich bei einer Ticketkontrolle im Zug gegenüber dem Personal lautstark gegen die Busse zu wehren?» stehen im Zentrum. SRF beschreibt es so: «Büro-Gossip, Anekdoten und Geschichten, die das alltägliche Leben schreibt.»