Stadt, Land, – Wie bitte?
Ein Klassiker der Langeweilebekämpfung: Stadt, Land, Fluss. Doch spätestens bei der Kategorie «Fluss» hört die Kreativität (zumindest bei mir) auf. Die Spielemacherinnen und -macher von Denkriesen haben hierzu die Lösung: «Stadt, Land, Vollpfosten». Nebst den klassischen Kategorien Stadt und Land finden sich dort etwa Kategorien wie «berühmter Toter» oder «ist grösser als ein Elefant». Ursprünglich steckte hinter «Stadt, Land, Vollpfosten» ein Spieleblock, den es mittlerweile in zig Themeneditionen gibt. Von der Mädelsabend-Version über die Party- bis hin zur Sport-Edition wird jedes Interesse bedient. Auch als Karten- und Würfelspiel sowie als Brettspiel ist der Spielehit heute erhältlich. In diesem Spieletipp soll es um die Junior-Edition des Kartenspiels gehen.
Die Junior-Edition richtet sich an jüngere Spielerinnen und Spieler ab acht Jahren, ist aber auch für ältere Mitspielende keineswegs langweilig. Die Kategorien sind dabei etwa «etwas Verbotenes», «typisch für Opa», «Jugendwort» oder «im Badezimmer». Plötzlich wird aus einer scheinbar einfachen Kategorie ein Wettlauf gegen die eigene Denkblockade – und führt zu ziemlich unerwarteten Antworten, sowohl aus Kindes-, als auch aus Erwachsenenmund. Das Spielprinzip der «Stadt, Land, Vollpfosten»-Kartenspielversion ist schnell erklärt und einfach zu verstehen: Alle bekommen jeweils acht Buchstabenkarten auf die Hand. Wer anfängt, später wer zuletzt eine Buchstabenkarte ausspielen konnte, nimmt eine Kategorien-Karte vom Stapel und wählt zwischen vier Themen. Nun heisst es möglichst schnell passende Begriffe zu finden. Wer zuerst eine Karte ablegt, gewinnt die Runde. Klingt einfach – und ist es auch. Genau darin liegt der Reiz des Spiels. Ziel ist es, schnellstmöglich die eigenen Buchstabenkarten loszuwerden. Doch Vorsicht: Die Aktions-Karten können schnell einen Strich durch die Rechnung machen… Deckt ein Mitspieler etwa die «Pechvogel»-Karte auf, muss er seine Handkarten mit derjenigen Mitspielerin tauschen, welche noch die meisten Karten in der Hand hält.
Und genau diese Mischung macht das Spiel lustig. Während man sich bei «Stadt, Land, Fluss» irgendwann an den immer gleichen Antworten festhält, sorgen die wechselnden Kategorien und Aktions-Karten für mehr Abwechslung.
Das Spiel lässt sich schnell aufbauen und eignet sich deshalb auch für eine spontane Runde zwischendurch. Eine Partie dauert nicht ewig und auch jüngere Kinder können ohne grosse Vorkenntnisse mitspielen. Allerdings hängt der Spielspass stark davon ab, wie viele Personen mitspielen und wie gerne diese unter Zeitdruck nach Wörtern suchen. Wer strategische Brettspiele bevorzugt, wird hier vermutlich wenig Freude haben. Taktik und langfristige Planung spielen kaum eine Rolle. Dafür stehen Schnelligkeit, Kreativität und ein wenig Glück im Mittelpunkt. Die Junior-Edition vom «Stadt, Land, Fluss»-Kartenspiel erfindet das Prinzip von «Stadt, Land, Fluss» nicht neu, verpasst ihm aber einen unterhaltsamen Anstrich. Die einfachen Regeln, kurzen Runden und abwechslungsreichen Kategorien machen das Kartenspiel zu einer guten Wahl für zwischendurch. Und wer weiss: Vielleicht gelingt es damit sogar, die gefürchtete Kategorie «Fluss» endgültig aus dem Spieleabend zu verbannen.
Für drei bis sechs Spielende, ab acht Jahren. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft und auch in der Stadtbibliothek Chur ausgeliehen werden.