Fieses Kartenchaos
Es gibt Spiele, die Menschen zusammenbringen. Und dann gibt es «Frantic»: ein Kartenspiel, das Freundschaften auf die Probe stellt, für schallendes (und vielleicht auch schadenfrohes) Gelächter sorgt und den Satz «Jetzt reichts!» erstaunlich oft hervorbringt. Wer glaubt, «Uno» sei schon ein gemeines Kartenspiel, hat noch nie erlebt, wie bei «Frantic» eine perfekt geplante Siegesserie in einer einzigen Runde in sich zusammenfällt.
«Frantic» schafft das Kunststück, gleichzeitig Schadenfreude, Verzweiflung und Euphorie auszulösen. Hinter dem schlichten Prinzip, möglichst schnell alle Karten loszuwerden, verbirgt sich ein Tohuwabohu aus Gemeinheiten, überraschenden Wendungen und einer gehörigen Portion Glück – oder Pech, je nachdem, auf welcher Seite des Tisches man sitzt.
Zu Beginn einer Spielrunde werden an alle Mitspielerinnen und Mitspieler sieben Spielkarten ausgeteilt. Die restlichen Spielkarten werden verdeckt als Nachziehstapel bereitgelegt. Daneben werden die Ereigniskarten ebenfalls verdeckt gestapelt. Nun kann die Runde richtig beginnen! Dazu wird die oberste Karte des Nachziehstapels von der Person aufgedeckt, die zuvor die Karten verteilt hat. Die soeben gelegte Karte wird wie eine gespielte Karte behandelt – mit allen Effekten und Konsequenzen. Sie bildet danach den Ablagestapel. Nun verläuft das Spiel im Gegenuhrzeigersinn weiter.
Während eines Spielzugs darf eine Handkarte gespielt werden. Dabei gibt es drei Arten von Karten – Zahlenkarten, Spezialkarten und Ereigniskarten. Farbige Zahlenkarten lösen kein Ereignis aus und werden wie etwa bei «Uno» auf die gleiche Farbe respektive die gleiche Zahl gelegt. Schwarze Zahlenkarten hingegen können nur auf gleiche Zahlen gespielt werden. Wird eine solche Karte abgelegt, muss eine Karte vom Ereignisstapel aufgedeckt werden. Eine von 20 chaotischen Ereigniskarten wartet nun darauf, die Spielrunde ordentlich aufzumischen und dem ein oder anderen Mitspielenden ein unterdrücktes Fluchen oder ein hämisches Grinsen zu entlocken. Weiter gibt es zwei Arten von Spezialkarten. Sie werden unterschieden in einfarbige (können nur auf dieselbe Farbe oder dasselbe Symbol gespielt werden) sowie wunschfähige Spezialkarten (auf alle Spielkarten spielbar). Beide Arten haben jeweils fünf unterschiedliche Effekte. Zu guter Letzt gibt es die «Fuck you»-Karte, die eine ganz besondere Rolle einnimmt; zu viel sei hier aber nicht verraten …
Die Runde endet, sobald ein Mitspieler respektive eine Mitspielerin keine Handkarten mehr hat oder der Nachziehstapel aufgebraucht ist. Danach werden die Punkte zusammengezählt. Sobald jemand das zuvor bestimmte Punktelimit überschreitet, ist das Spiel zu Ende. Die Person mit dem niedrigsten Punktestand gewinnt.
Anfangs ist es etwas umständlich, sich die Effekte und Konsequenzen der Spezial- und Ereigniskarten zu merken. Die übersichtliche Anleitung unterstützt zum Glück und nach einigen Spielrunden lernt man die Karten blitzschnell.
«Frantic» ist der Erfolgshit von «Rulefactory», der Spieleschmiede aus St. Gallen. 2025 feierte das Spiel seinen zehnten Geburtstag und blickt auf über 700 000 verkaufte «Frantic»-Produkte weltweit zurück. Nebst einer Brettspielvariante gibt es mittlerweile drei Erweiterungspakete, die mit zusätzlichen Karten noch mehr Ärger, Power und Chaos versprechen. Wer «Uno» liebt und auf der Suche nach mehr Schadenfreude und Action ist, wird bei einer Runde «Frantic» auf jeden Fall fündig – Suchtfaktor garantiert!
«Frantic»: für zwei bis acht Spielende, ab zwölf Jahren, Spieldauer circa 40 Minuten pro Runde. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft werden und auch in der Stadtbibliothek Chur ausgeliehen werden.