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Yo-ho-ho!

Seeschlachten mit Enterhaken und Kanonendonner? Von wegen! Wahre Piratinnen und Piraten tragen ihre Schlachten um wertvolle Beute lieber in schäbigen Tavernen aus – mit Spielkarten statt Duellen auf hoher See. Wer seinen Gegnerinnen und Gegnern nicht nur die meisten Stiche abluchsen kann, sondern seine eigenen auch am genauesten vorhersagt, gewinnt und geht erfolgreich aus dem Wettstreit hervor.

«Skull King» ist ein Stich-Vorhersagespiel (ähnlich wie beim Kartenspiel «Wizard»). Somit gilt nicht, möglichst viele Stiche mit seinen eigenen Karten zu machen, sondern vorher abzuwägen, wie viele Stiche man machen könnte. In der anschliessenden Stichrunde soll versucht werden, die Prognose dementsprechend zu erfüllen.

Dabei gibt es die für ein Stichspiel obligatorischen Farbkarten in vier verschiedenen Farben im Wert von 1 bis 13. Die Papageien (rot), Schatztruhen (blau), Schatzkarten (gelb) und die Totenkopf-Flagge (schwarz). Die schwarzen Karten übertrumpfen dabei alle anderen Farben, unabhängig vom Zahlenwert. Daneben existieren auch Sonderkarten. So gibt es die Karte «Escape» mit dem Wert 0. Sie ist immer die niedrigste Karte. Mit dieser Karte entflieht man einem Stich. Die «Mermaid»-Karte ist wiederum höher als alle Farbkarten. Über ihr stehen die Piratenkarte – alle mit eigenem Namen und Abbildung. Die höchste Karte im Spiel ist der berühmt-berüchtigte «Skull King», der fast alle anderen Karten sticht. Die einzige Ausnahme stellt die «Mermaid» dar, die immer gewinnt, wenn sich die «Skull King»-Karte im selben Stich befindet.

Der Wettstreit der Piratinnen und Piraten geht über zehn Durchgänge. Während im ersten Durchgang nur eine Karte pro Mitspieler ausgeteilt wird, steigt die Kartenanzahl von Durchgang zu Durchgang um je eine Karte an. Nach gründlichem Studieren der Spielkarten (dazu am besten die Augenklappe ablegen), folgt der gemeinsame Schlachtruf «Yo-ho-ho!». Dabei heben alle Mitspielenden ihre Faust in die Höhe und hauen sie mit jedem Wort auf den Tisch. Mit dem zweiten «Ho!» öffnen sie die Hand und strecken so viele Finger aus, wie sie in dieser Runde Stiche erzielen wollen. Danach werden die Stichansagen auf dem praktischen Spieleblock notiert.

Die Stichregeln sind relativ einfach. Grundsätzlich muss eine Spielerin oder ein Spieler die ausgespielte Farbe bedienen. Allerdings kann man, selbst wenn man die Farbe bedienen könnte, jederzeit auch eine der erwähnten Sonderkarten spielen, um etwa mit einem Piraten einen Stich zu erzielen oder einem unerwünschten Stichgewinn durch Flucht zu entgehen.

Sind alle Handkarten ausgespielt, kommt es zur Punktevergabe. Nur wer die richtige Anzahl an Stichen vorhergesagt hat, bekommt Pluspunkte gutgeschrieben, und zwar 20 Punkte je Stich. Wer daneben lag, muss pro Stich Differenz 10 Minuspunkte hinnehmen. Wer nach dem Ende von zehn Runden die höchste Gesamtpunktzahl erreicht, hat die «Schlacht» für sich entschieden.

Überraschende Wendungen stehen an der Tagesordnung: So kann es durchaus vorkommen, dass eine scheinbar starke Hand plötzlich nur wenige Stiche bringt oder man sogar mit einer «Escape»-Karte einen Stich erzielt! «Skull King» ist ein Spiel, das nicht nur sehr reizvoll ist, sondern auch viel Spass macht. Und übrigens: «Skull King» ist das Gesellschaftsspiel, das in meiner Familie wohl am häufigsten gespielt wird – es begeistert also 13- bis 50-jährige Mitspielerinnen und -spieler!

Dieser Spieletipp bezieht sich auf die Ausgabe von Schmidt Spiele. «Skull King»: für zwei bis sechs Spielende, ab acht Jahren, Spieldauer circa 30 ​Minuten. Das Spiel kann im Fachhandel oder online gekauft werden.