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Über den Beckenrand in die Bergwelt

Die Bademeisterin von Pany – ein Besuch im Prättigau

Über den Beckenrand in die Bergwelt

Die Bademeisterin von Pany – ein Besuch im Prättigau

Es sind einige Kurven, die es zu überwinden gilt, bis man oben ankommt – oben im Prättigau, oben beim Panorama-Schwimmbad Pany. Es ist warm an jenem Mittwochmorgen im Juli. Überraschend warm, liegt das kleine Dorf doch auf 1250 Meter über Meer. Die Tage zuvor hat’s geregnet. «Dann meinen viele, es sei bei uns kalt», sagt Beatrix Widmer und lacht. Die sportliche Frau trägt ein Trägertop und einen Rock. Ihre Arme sind braungebrannt. Beweis genug, dass in dieser Saison schon ein paar Mal die Sonne schien. So, wie es im Sommer eben sein soll – besonders, wenn man wie Beatrix Widmer als Bademeisterin arbeitet.

Das Wasser ist ruhig, die Sonne scheint auf die Wasseroberfläche. Wenn man im Becken der Badi Pany badet, ist es, als ob man über den Beckenrand hinaus und hinein in die Bergwelt schwimmt. «Wie in einem Infinity Pool», meint die Bademeisterin. Ein toller Arbeitsplatz, wie sie findet. Einer mit Aussicht.

Natürlich ist Beatrix Widmer nicht da, um die Aussicht zu geniessen. Sie ist für die Sicherheit in der Badi verantwortlich – und noch für vieles mehr. Während der Saison, die in Pany von Anfang Juni bis Ende August dauert, ist die Bademeisterin sechs Tage am Werk, gut und gerne zwölf Stunden am Tag. «Ich bin mit Leib und Seele dabei. Ich stelle mich darauf ein und weiss, dass die Saison dann auch irgendwann vorbei ist.» Sie erzählt mit viel Witz. Beatrix Widmer ist keine, die das Leben zu ernst nimmt. Eine, die eine Fünf auch mal gerade sein lässt. Eine Linie habe sie aber schon, sagt sie. In der Badi gelten Regeln, die Beatrix Widmer durchsetzt. Durchsetzen muss. Zum Wohl aller. Eine dieser Regeln ist ganz besonders: Die Bademeisterin von Pany hat sich in der Vergangenheit immer wieder die Frage gestellt, ab welchem Alter ein Kind alleine in die Badi darf. Einfach ein Alter festzulegen, schien Beatrix Widmer falsch, schliesslich gäbe es Fünfjährige, die bereits schwimmen könnten, aber auch Zehnjährige, die es noch nicht könnten. So kam es also zur badieigenen Regel, dass die Kinder aus dem Dorf zu Beginn der Saison «vorschwimmen» müssen. Wenn sie eine Beckenlänge schaffen, dürfen sie alleine in die Badi. «Und bekommen immer ein Päckchen Gummibärchen», so die Bademeisterin mit einem Augenzwinkern. Für die Kinder sei dies ein Erfolgserlebnis. Und für sie ein wichtiger Sicherheitsaspekt. 

Inzwischen ist es kurz vor zehn. In wenigen Minuten öffnet die Badi. Hilfsbademeisterin Lea putzt nochmals die Spiegel im WC, spannt die Sonnenschirme und schliesst die Umkleidekabinen auf. All das gehört zum Job. Deshalb beginnt der Tag von Beatrix Widmer und ihren Kolleginnen auch nicht erst, wenn die ersten Badegäste eintrudeln. Vorher werden die Toiletten geputzt, die Kabinen auf Vordermann gebracht, die Blumen gegossen – kurz, es wird alles für die Gäste vorbereitet. Während der Öffnungszeiten ist Beatrix Widmer dann vor allem aufmerksame Beobachterin. Es sei in den Jahren, die sie nun hier arbeite, noch nie zu einem schlimmen Vorfall gekommen, erzählt sie. «Sowieso kommt es selten vor, dass ich einschreiten muss. Wir haben wirklich tolle Gäste hier», meint sie weiter. Es dürfte aber auch an der ruhigen, freundlichen Art von Beatrix Widmer liegen, dass die Gäste sich benehmen. «Wenn ich mal einschreiten muss, ziehe ich mein grünes Badmeisterinnen-Shirt an und dann ruft es im Becken schon von Weitem: ‘Die Badmeisterin kommt!’ Meistens muss ich dann gar nichts mehr sagen.» Beatrix Widmer lacht. Ihr Tag endet im Sommer übrigens meist nicht vor 21 Uhr. Nachdem die letzten Gäste gegangen sind, wird nochmals geputzt, aufgeräumt und der Rasen gepflegt. «Dass ich selber noch schwimmen gehe, kommt selten vor», meint Beatrix Widmer. Irgendwann ist auch sie müde.

Schon seit elf Jahren trifft man Beatrix Widmer während des Sommers als Bademeisterin in der Badi Pany an. Es sei toll, jedes Jahr neue Besuchende, aber auch Stammgäste begrüssen zu dürfen. «Es ist wie ein Heimkommen», meint sie. Für die Bademeisterin und für die Gäste. Beatrix Widmer lebt selber in Pany, ist jedoch am Zürichsee aufgewachsen. «Ich habe einen sehr engen Bezug zum Wasser», meint sie. So hat sie schon früh das Brevet absolviert, um als Bademeisterin arbeiten zu können. Als dann in Pany eine Bademeisterin gesucht wurde, meinte Beatrix Widmer, dass dies schon etwas für sie wäre. «Das muss man hier nur einmal sagen und schon ist man drin», sagt sie und lacht. Schon vor dem Job in der Badi unterrichtete sie Schwimmen. Das tut Beatrix Widmer bis heute. Dann, wenn sie nicht in der Badi tätig ist. Im Winter gibt sie übrigens Skiunterricht.

Es ist nun Punkt 10 Uhr. Die Badi öffnet – und schon sind die ersten Gäste da. Mamas und Papas mit ihren Kindern, Einheimische und Gäste. Man kennt sich, man grüsst sich. An schönen Tagen sind es bis zu 600 Besucherinnen und Besucher. Beatrix Widmer kennt sie alle – fast alle. Hier in der Badi Pany. Hier, in ihrem Daheim.

www.badipany.ch
Der Bericht über die Badi Pany ist die zweite Geschichte unserer Sommerserie. Unter dem Signet «Sommerjob» erscheinen im Juli und August weitere Geschichten.

Übersicht zu den Bündner Badis

Wasserspiele für zu Hause

 

Schatzsuche

Wir kennen es alle, das Spiel, bei dem man mit dem Mund einen Apfel aus einem mit Wasser gefüllten Becken fischen muss. Natürlich kann man auch viele andere Leckereien im Wasser verstecken und so eine Schatzsuche daraus machen. Ein einfaches Spiel, das viel Spass verspricht.

Fangis

Auch dieses Spiel kennen wir alle. Die Spielenden rennen im Freien umher und ein Fänger oder eine Fängerin muss diese per Berührung fangen. Für die heissen Tage lässt sich das Spiel durch einen Gartenschlauch ergänzen. Die Fängerin oder der Fänger fängt die Mitspielenden nicht mit den Händen, sondern versucht, sie mit dem Gartenschlauch nasszuspritzen. Der- oder diejenige, der oder die getroffen wird, ist mit «Fangen» dran.

Wasserfiguren kreieren

Für dieses Spiel dreht man den Wasserschlauch auf und bewegt sich rennend, hüpfend und drehend durch den Garten. So macht das Wasser Bögen und Kreise. Die Bewegungen kann man in einem Foto festhalten und hat so hoffentlich ein kleines Kunstwerk kreiert. 

Eierlauf mit Wasserbomben

Das Prinzip bei diesem Spiel ist das gleiche wie beim Eierlauf. Nur ersetzt man das Ei durch einen Wasserballon. Dieser muss auf einem Löffel von A nach B transportiert werden. Wer seinen Ballon verliert, muss zurück zum Start und von vorne beginnen. 

Hindernisparcours mit Wasserballons

Für dieses Spiel baut man auf einer Strecke einige Hindernisse ein. Danach müssen die Mitspielenden mit einem Wasserballon zwischen den Knien versuchen, den Hindernisparcours zu absolvieren, ohne, dass der Ballon platzt.