Skip to content

Einfach gut

Über eine fast vergessene Brotsorte

Einfach gut

Über eine fast vergessene Brotsorte

Es ist ein Abfallprodukt – naja, viel eher ein Nebenprodukt. Eines, das in beträchtlichen Mengen beim Bierbrauen anfällt und eines, das schon ziemlich toll ist: der Treber. Als Treber werden die festen Bestandteile des Braumalzes bezeichnet, die nach dem Maischen vom noch jungen Bier entfernt werden. Was übrig bleibt, ist eine bräunliche Pampe, wenig appetitlich im Aussehen, aber umso schmackhafter im Gaumen. Der Treber ist ein tolles Nebenprodukt und kann vielfältig in der Küche verarbeitet werden. Übrigens wird er auch gerne als Futtermittel oder für Biogas verwendet. Das soll hier aber nicht Thema sein. 

Zurück also in die Küche. Im Vergleich zu Bier ist der Treber doch ein rechtes Stück gesünder. Eiweisse, Enzyme, Vitamine und Ballaststoffe finden sich im ausgelaugten Malz. Erstere bereichern den Treber sogar zuhauf, denn Brauerinnen und Brauer wollen möglichst wenig Eiweiss in ihrem Bier, weil dieses sonst trüb wird. Das Eiweiss soll also im Treber bleiben. Gut so, kann durch die Zugabe von Trester beispielsweise in den Brotteig gleich eine Extraportion Eiweiss mitgeliefert werden.

Ein Treberbrot ist dann auch das, was mithilfe des untenstehenden Rezepts entsteht. Heute eher in Vergessenheit geraten, war es einst eine weiterverbreitete Brotsorte. Im Mittelalter gehörte das Brauen von Bier zur wöchentlich wiederkehrenden Arbeit in vielen Haushalten. Der anfallende Treber wurde selbstverständlich verarbeitet. Zu Brot zum Beispiel. Schade eigentlich, findet man heute nur noch selten Treberbrot. Denn geschmacklich ist es schlicht und einfach gut. Sehr gut. Ein süsslich, leicht vergorener Geschmack. (Sie fragen sich jetzt bestimmt, was an diesem Vergorenen gut sein soll, aber nicht vergessen: Wein und Bier sind auch vergoren …). Also: Es lohnt sich, mal bei der Brauerei um die Ecke nachzufragen, ob man ein wenig ihres Trebers bekommen könnte. Oder man braut halt selber Bier. Ist doch keine grosse Sache, hat ja schon jede Hausfrau im Mittelalter getan.

Treberbrot

250g Treber

500g Mehl

2 TL Salz

0,5 TL Trockenhefe

1,5 dl Olivenöl

2,5 dl Wasser

Den Treber mit wenig Wasser pürieren oder als ganze Körner in einer grossen Schüssel mit dem Mehl und dem Salz mischen. Trockenhefe in die Mitte der Masse geben, Olivenöl und Wasser ebenfalls dazugeben, zu einem feuchten Teig verarbeiten, eventuell Wasser dazugeben. Der Teig muss nicht geknetet werden. Für 24 Stunden an einem kühlen Ort aufgehen lassen.

Den Teig in eine ofenfeste, runde, gefettete Auflaufform mit Deckel oder einen gefetteten Bräter mit Deckel füllen, nochmals für mindestens eine Stunde aufgehen lassen. Backen: Bei 240 Grad Ober-/Unterhitze in der Mitte des Ofens für 25 Minuten. Deckel entfernen und für 20 bis 25 Minuten (eventuell mit Unterhitze) fertigbacken.

Tipp: Das Treberbrot als Focaccia backen.

 

Zucchetti-Dip (ergibt ca. 250 ml)

460g Zucchetti

2 Knoblauchzehen

1 TL Fenchelsamen

1 TL Kreuzkümmelsamen

1 TL Kurkuma

1 TL Salz

2 EL Sonnenblumenöl

1 Zweig Minze

 

Zucchetti in Streifen schneiden, in eine ofenfeste Form legen. Knoblauchzehen auspressen und zu den Zucchetti geben. Fenchelsamen und Kreuzkümmelsamen im Mörser zerkleinern, zusammen mit Kurkuma, dem Salz und dem Sonnenblumenöl mit den Zucchetti mischen. Backen: Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze für etwa 30 Minuten. Danach auskühlen lassen.

Die ganz Massen in ein grosses Glas geben und grob pürieren. Die Minze fein hacken, unter die Masse heben. Bei Bedarf den Dip mit Salz und Pfeffer abschmecken.