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Ein alter Klassiker

Ein alter Klassiker

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Bestimmt haben Sie schon mal ein solches Spielbrett gesehen. Oder den Klassiker gar schon gespielt. Früher mit den Grosseltern zum Beispiel. Backgammon. Das Spiel für zwei mit den zwei Würfeln, 30 Spielsteinen und dem Brett mit den vielen Dreiecken. Die Vielfalt bezüglich Spielfeld ist riesig. Klappbar, zum Zusammenrollen, in verschiedensten Farben und unterschiedlichsten Materialien. Heute wird Backgammon gern gespielt und zählt fast als Must-have im Spieleschrank. Dass das Spiel schon früher durchaus beliebt war, zeigt ein Blick zurück. Weit zurück, um genau zu sein.

Wir beginnen beim Namen des Spiels. «Backgammon». Der Wortursprung ist nicht ganz klar, klar ist nur, dass es wohl aus dem Vereinigten Königreich stammt. Das Wort könnte aus dem angelsächsischen «bac gamen» stammen, was so viel heisst wie Rückspiel (back = zurück, game(n) = Spiel). Eventuell hat sich das Wort aber auch aus dem Walisischen heraus entwickelt: «back» heisst da klein, und «cammon» Schlacht. Kleine Schlacht also. Plausibel wären tatsächlich beide Erklärungen. So oder so wird das Spiel mit dem Namen «Backgammon» erstmals 1635 in einem Brief erwähnt.

Die Ursprünge des Klassikers dürften aber noch viele Jahrhunderte weiter zurückliegen. Brettspiele im Allgemeinen haben eine sehr lange Geschichte. In der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan  wurde in einer Ausgrabungsstätte beispielsweise ein über 5000 Jahre altes Spielbrett gefunden. Weitere Fundstellen gibt es beispielsweise in Ägypten. Auch Grabmalereien zeugen von der Beliebtheit von Brettspielen in allen Gesellschaftsschichten. Auch die alten Griechen kannten das Spielen zur freudigen Beschäftigung. Palamedes soll ein Würfelspiel erfunden haben, das den Soldaten vor Troja als Zeitvertreib diente.

Im Römischen Reich finden wir erste nahe Verwandte von Backgammon. Urahnen, wenn man so will. So zum Beispiel die Spiele «Duodecim scripta» oder «Tabula». Die Spielbretter sowie das Spielprinzip sind dem heutigen Backgammon auffallend ähnlich. Beispielsweise Kaiser Claudius galt als begeisterter Spieler. Im frühen Mittelalter geriet die Kultur des Spielens etwas in Vergessenheit, wurde dann aber in der Zeit der Kreuzzüge wieder entdeckt. In seinem «Buch der Spiele» beschrieb König Alfons X von Kastilien mehrere Vorläufer von Backgammon. Das Spielen galt damals als beliebter Zeitvertreib für die Adligen, setzte sich aber bald in der gesamten Bevölkerung durch.

Auch in der Neuzeit wurde Backgammon gespielt. Vor allem während dem Dreissigjährigen Krieg und in der Zeit danach. In jenen Jahren entstanden auch die französische (Tric, Trac) und die deutsche Variante (Puff). Im 20. Jahrhundert wurden die Regeln vereinheitlicht. In den 1960er-Jahren gab es einen Backgammon-Boom, der bis in die 80er anhielt. Heute wird das Spiel auch gerne am Computer oder auf dem Smartphone gespielt.

Noch ein bisschen unnützes Wissen gefällig? Das Spiel kann theoretisch unendlich lange gehen, dies aber mit der Wahrscheinlichkeit von O, sprich quasi unmöglich. Dies bewies 1994 der Mathematiker Curt McMullen. Der Schweizer Jacques Michel gewann 1982 die Weltmeisterschaft in Monte Carlo. Als einziger Eidgenosse jemals.

Sie sehen. Backgammon ist alles andere als ein verstaubter Klassiker. Ich kann Ihnen eine, zwei oder gleich ein paar mehr Partien wärmstens empfehlen. Es macht heute bestimmt auch noch genau so viel Spass wie damals in der Antike.

Bastelanleitung

Materialien
– rechteckiges Holzbrett
– zwei, verschieden farbige Filzstifte für auf Holz 
– 30 Glassteine (je 15 pro Farbe) oder genügend FIMO-Masse
– Box für die Spielsteine und zwei Würfel

Für das Spielbrett
In der Mitte des Holzbrettes (horizontal) eine Linie für die sogenannte «Bar» ziehen. Dann jeweils auf beiden Seiten ab dem oberen und dem unteren Rand sechs gleich grosse, längliche Dreiecke zeichnen. Zwischen den Zacken sollte etwas Platz übrig bleiben. Die Dreiecke abwechselnd in zwei, gut von einander unterscheidbaren Farben ausmalen. Beginnend oben links mit der helleren Farbe und dann im Uhrzeigersinn. Das letzte der 24 Dreiecke müsste zum Schluss in der dunkleren Farbe bemalt sein.

Für die Spielsteine
Bei Backgammon wird mit 30 Spielsteinen gespielt, jeweils 15 in einer Farbe. Wer will, kann im Bastelshop farbige Glassteine kaufen und diese als Spielsteine verwenden. Die Steine können aber auch als FIMO geformt werden. Dafür genügend Knetmasse in zwei Farben besorgen (eine hellere und eine dunklere, analog dem Spielfeld). Die Spielsteine können nun entweder von Hand geformt werden oder mit einem Förmchen ausgestochen werden. Nach Belieben verzieren und die Steine bei 110 Grad im Backofen für 30 Minuten trocknen lassen.

Die Spielsteine können, wenn sie ausgekühlt sind, zusammen mit den beiden Würfeln und der ausgedruckten Spielanleitung in der Box versorgt werden.

Spielregeln

Gamescorner

Märchen einmal anders erleben

Einige bekannte Märchen mal ein bisschen anders erleben. In «Hotel Transsilvanien: Schaurig-schöne Abenteuer» darf Graf Dracula auf seinen Enkel und dessen Freundin Winnie Werwolf aufpassen. Die wirbligen Kinder sind kaum im Zaum zu halten. Deshalb erzählt Opa einige Märchen, bei der man als Spieler beziehungsweise Spielerin selber ins Geschehen eingreifen darf. In diesem Abenteuer dürfen natürlich auch bekannte Freunde wie «Frankenstein» oder «Murray, die Mumie» nicht fehlen. Die Figuren werden sehr gut in die Märchen integriert. Und halten meistens eine Nebenaufgabe für den Protagonisten bereit.


Spielerisch sind die Level gross und bieten Abwechslung, allerdings muss man sich zuerst an die Kamerasteuerung gewöhnen. Hat man diese im Griff, so kann man getrost gegen die gefährlichen Gegner zum Schlag ausholen. Aber in den Abschnitten gibt es nicht nur Gegner, die einem im Weg stehen, sondern auch kleinere Rätsel oder Gegenstände, die man einsammeln muss, um weiterzukommen. Sehr witzig in diesem Spiel sind jeweils die Kommentare der Kinder oder des Erzählers selbst. Die Bemerkungen heitern das Abenteuer auf und so gibt es öfters ein Lächeln während des Spielens.


Mit den besonderen Fähigkeiten wird im Verlauf des Spiels alles ein bisschen interessanter. Das Spiel macht doch – obwohl die Kamerasteuerung nicht so gut ist und grafisch auch nicht überzeugen kann – Spass, den Geschichten nachzugehen und die verschiedenen Levels abzuschliessen. Man darf sich beim Spielen immer auf neue, interessante und für einmal anders erzählte Märchen freuen.

                                  Dominik Steinmann

«Hotel Transsilvanien: Schaurig-schöne Abenteuer» wurde auf der Switch getestet, ist aber auch für die PS4 im Handel erhältlich. Ab sieben Jahren.